Stöger bleibt Trainer in Köln

Reinhard Franke
Peter Stöger (r.) kam im Sommer 2013 von Austria Wien zum 1. FC Köln

Peter Stöger bleibt trotz der dauerhaften Talfahrt weiter Trainer des 1. FC Köln.

Die 0:2-Heimniederlage des Tabellenletzten gegen Hertha BSC am Sonntag hatte die Spekulationen befeuert, dass am Montag der letzte Arbeitstag des Wieners sein könne. Doch Stöger wird auch am Samstag beim Spiel bei Schalke 04 auf der Bank sitzen. Das erfuhr SPORT1 am Montag aus Vereinskreisen.


"Gibt nichts zu sagen"

Ob die Verantwortlichen sogar bereit wären, mit Stöger in  die Zweite Liga zu gehen, sei allerdings noch offen. Darüber werde noch beraten, heißt es.

Stöger selbst meinte am Montag auf SPORT1-Nachfrage nur: "Es gibt nichts zu sagen außer das, was am Sonntag gesagt wurde." Von sich aus wird der 51-Jährige seinen Platz nicht räumen. 

Wird Schalke also ein Endspiel für Stöger? Vize-Präsident Toni Schumacher ließ am Sonntag im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 durchblicken, dass er die Partie gegen Berlin zwar nicht als Endspiel für den Österreicher verstehen wolle. Zugleich machte er aber klar, dass die Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert, maßgeblich für die Entscheidungsfindung sei.

"Wenn sie eine desaströse Leistung abruft und alles zusammenbricht, muss man über einen Trainerwechsel nachdenken."


Lehmann überrascht mit Stöger-Aussage

Kapitän Matthias Lehmann hatte nach der Berlin-Pleite mit klaren Aussagen überrascht. "Wir haben zwei Punkte. Aber es ist nicht meine Aufgabe, den Trainer zu köpfen. Das ist Aufgabe der Leute oben oder vom Trainer selbst", sagte er.

Der Rückstand auf den SC Freiburg auf Relegationsplatz 16 beträgt bereits neun Punkte (Die Tabelle der Bundesliga), zudem gehen dem FC die Profis aus. Nach zahlreichen Ausfällen standen gegen Berlin beim Schlusspfiff vier Teenager auf dem Platz.

Darunter Yann Aurel Bisseck, mit 16 Jahren, 11 Monaten und 28 Tagen zweitjüngster Bundesliga-Debütant nach dem Dortmunder Nuri Sahin in der Saison 2005/06.

Keine Freigabe für Heldt

Auch die Suche nach einem neuen Sportdirektor wird am Geißbockheim weiter gehen. Wunschkandidat Horst Heldt wird nicht zum FC kommen, weil er bei Hannover 96 keine Freigabe bekommt.

"Köln kann sich einen Anruf sparen", sagte Klub-Boss Martin Kind am Sonntag zu SPORT1. Seine Ansage sei auch keine Einladung zum Pokern und Feilschen. Es gehe nicht ums Geld.

Kölns Vizepräsident Toni Schumacher deutete zwar an, dass es nach seinem Kenntnisstand unterschiedliche Meinungen in der 96-Führung gibt: "Wir haben mitbekommen, dass Hannovers Verantwortliche Probleme untereinander haben."

Doch am Montag meldete sich Kind erneut bei SPORT1 und fand deutliche Worte in Richtung Köln: "Herr Schumacher sollte sich mit seinem Verein beschäftigen, aber nicht mit anderen Klubs."

Heldt habe "nie gesagt, dass er weg will. Er weiß aber, dass es keine Freigabe geben wird. Deshalb wird er da keine Frage mehr stellen. Er ist ein Profi und wird das respektieren. Und er wird professionell reagieren, denn er will sich und Hannover 96 und dem Markt zeigen, dass er gut und erfolgreich arbeitet."

Die vergangenen Tage seien "sehr unruhig" gewesen. "Ich denke aber", fügte Kind hinzu, "dass die Kölner meine Worte gehört haben. Ich bin mir sicher, dass da nichts mehr kommen wird."