Städte mahnen Hilfe für Klimaschutz in Corona-Krise an

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Der Deutsche Städtetag fordert angesichts der Corona-Krise Hilfe von Bund und Ländern für den Klimaschutz. "Die Folgen der Corona-Pandemie treffen massiv auch die Haushalte der Städte", betonte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages. Kommunen könnten ihre klimaschützenden Maßnahmen nur dann erfolgreich weiterführen, wenn sie ausreichend unterstützt würden. "Die Städte müssen handlungsfähig bleiben und brauchen wegen wegbrechender Steuereinnahmen und steigender Ausgaben einen kommunalen Rettungsschirm."

Am 2. Mai vor einem Jahr hatte Konstanz als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Inzwischen sind bundesweit Dutzende Städte diesem Beispiel gefolgt, darunter Heidelberg, Karlsruhe, Köln, München und Kiel. Mit der Ausrufung des Notstandes sollte deutlich werden, dass dem Klimaschutz höchste Priorität zukommt. Zudem stellte Konstanz damit fest, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Erderwärmung gemäß dem Pariser Klimaabkommen auf maximal 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Dedy betonte: "Trotz Corona-Pandemie bleibt Klimaschutz ein bestimmendes Thema." Ob eine Kommune den Klimanotstand erkläre, entscheidet jede Stadt selbst. Die Städte wollten ihre Anstrengungen jedenfalls weiter verstärken und die Treibhausgas-Emissionen senken. Ihre ambitionierten Ziele zur CO2-Reduzierung gingen häufig über die Ziele des Bundes hinaus. Von Energiesparprogrammen über die energetische Sanierung kommunaler Gebäude und den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zur umweltfreundlichen Mobilität arbeiteten Städte weiter mit Klimabündnissen, Agenda-21-Gruppen und Schülerbewegungen zusammen, um Projekte vor Ort auf Klimaschutz zu prüfen und - so gut es geht - auch in Coronazeiten umzusetzen.