Square nach Zahlen unter Druck – mageres Bitcoin-Geschäft enttäuscht

Nikolas Kessler
1 / 1
Square nach Zahlen unter Druck – mageres Bitcoin-Geschäft enttäuscht

Die Aktie von Square ist nach der Präsentation der Q1-Zahlen am Donnerstag nach US-Börsenschluss unter Druck geraten. Der Ausblick für das zweite Quartal ist etwas schwächer ausgefallen, als von Analysten prognostiziert und auch der Einstieg in den Bitcoin-Handel konnte die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen. Inzwischen stabilisiert sich die Lage aber.

Die gute Nachricht vorweg: Der Zahlungsabwickler Square ist auch im ersten Quartal 2018 wieder kräftig gewachsen. Das Volumen der abgewickelten Transaktionen (GPV) ist im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar gestiegen. Beim bereinigten Umsatz steht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 51 Prozent auf 307 Millionen Dollar – mehr als von Analysten erwartet. Der Gewinn pro Aktie landete mit sechs Cent im Bereich der Erwartungen.

Gestartet als Zahlungsdienstleister für kleine Unternehmen und Start-ups erfreuen sich die Produkte und Dienste von Square auch bei größeren Händlern wachsender Beliebtheit. So ist der Anteil der Händler mit einem jährlichen Transaktionsvolumen von mehr als 125.000 Dollar von 42 Prozent in Q1/17 auf 47 Prozent gestiegen. Besonders erfreulich: Mehr als die Hälfte der größeren Verkäufer nutzen gleich mehrere Produkte des Unternehmens.

EPS-Prognose fällt durch

Was den Anlegern und Analysten allerdings nicht schmeckt, ist der Ausblick: Zwar liegt die Umsatzprognose für das laufende zweite Quartal mit 355 bis 360 Millionen Dollar klar über den Analystenschätzungen von durchschnittlich 334 Millionen Dollar. Bei der Gewinnschätzung von neun bis elf Cent pro Aktie ist das von Twitter-Chef Jack Dorsey gegründete und geleitete Unternehmen allerdings vorsichtiger als die Wall-Street-Experten mit ihrer EPS-Prognose von 12 Cent.

Dass dahinter die bewusste Entscheidung des Managements steckt, in der aktuellen Marktlage lieber in weiteres Wachstum zu investieren, anstatt die Gewinne zu steigern, kommt bei den Anlegern nicht an. Für die Square-Aktie ging es im nachbörslichen US-Handel um bis zu sechs Prozent bergab.

Weitere Gründe für die Talfahrt: Der zunächst umjubelte Öffnung der Payment-App „Cash“ für den Handel mit der Kryptowährung Bitcoin hat sich kaum auf die Bilanz ausgewirkt. Zwar weist Bitcoin-Umsätze von 34,1 Millionen Dollar aus, musste allerdings auch 33,9 Millionen Dollar für den Kauf von Bitcoin aufwenden – unter dem Strich blieben so magere 223.000 Dollar hängen.

Shortseller Citron Research sieht schwarz

Diese Performance hat Andrew Left von Citron Research als Steilvorlage für einen weiteren Nackenschlag gegen Square angenommen: Investoren würden den Bitcoin-Ambitionen von Square zu viel Aufmerksamkeit widmen und dabei das eigentliche Kerngeschäft aus dem Blick verlieren – und dort drohe dem Zahlungsabwickler harte Konkurrenz. Für die Aktie hat der als Shortseller berüchtigte Analyst ein kurzfristiges Kursziel von 30 Euro ausgegeben, was einen Einbruch um rund 38 Prozent vom Mittwochs-Schlusskurs bedeuten würde.

Spannende Story – Aktie auf der Watchlist

Nach dem heftigen Abschlag im nachbörslichen US-Handel hat sich die Lage inzwischen stabilisiert: Kurz nach dem Handelsstart in den USA notiert die Square-Aktie noch rund 1,5 Prozent schwächer. Sowohl der langfristige Aufwärtstrend, als auch die 200-Tage-Linie sind unverletzt. Derzeit befindet sich das Papier auf der Watchlist des AKTIONÄR.