Spuren prähistorischer „Schule“ in Israel gefunden

In dieser Höhle bei Tel Aviv wurden besondere Überreste gefunden. (Bild: AP Photo)

Stand die „Wiege der Menschheit“ tatsächlich in Afrika? Archäologische Funde in Israel lassen diese Theorie weiter bröckeln. In einer Höhle bei Tel Aviv wurden womöglich Überreste einer steinzeitlichen Schule entdeckt.

Archäologen haben in der Kessem-Höhle Hunderte Feuersteine gefunden. Spezielle Details deuten darauf hin, dass dort die Herstellung der Steinwerkzeuge gelehrt und geübt wurde. Das berichtete die israelische Tageszeitung „Haaretz“ Medienberichten zufolge. Dafür sprechen laut dem Artikel die hohe Zahl qualitativ hochwertiger Steinkerne und ihre Häufung an bestimmten Stellen in der Höhle. Spuren an den Flintsteinen ließen zudem darauf schließen, dass sie von mehreren Personen bearbeitet wurden.

Die Funde stützen nach Ansicht der Forscher die Schlussfolgerung, dass sich der Homo sapiens früher als lange angenommen entwickelt hat. Bisher wurde davon ausgegangen, dass der moderne Mensch seinen Siegeszug vor 200.000 Jahre in Äthiopien angetreten hat. Die östlich von Tel Aviv gelegene Kessem-Höhle war Archäologen zufolge jedoch schon vor 200.000 bis 400.000 Jahren bewohnt.

Dieser Zahn ist womöglich 400.000 Jahre alt. (Bild: AP Photo)

An der Ausgrabungsstätte wurden bereits im Jahr 2010 Zähne gefunden, die die ältesten menschlichen Überreste der Geschichte sein könnten. Sie konnten Berichten zufolge bislang allerdings nicht zweifelsfrei dem Homo sapiens zugeordnet werden. Die Theorie von der Entstehung der Menschheit in Ostafrika wurde erst im vergangenen Juni weiter in Frage gestellt. Ein Forscherteam mit Wissenschaftlern aus Leipzig entdeckte in Marokko die sterblichen Überreste von drei Erwachsenen, einem Jugendlichen und einem etwa achtjährigen Kind. Sie sollen vor schätzungsweise 300.000 Jahren gelebt haben.