Sprintstar Kittel scheitert am Waseberg

Marcel Kittel fährt für das Team Quick-Step Floors

Der steile Waseberg war sein Schicksal: Radstar Marcel Kittel muss weiter auf seinen ersten Sieg bei den Hamburg Cyclassics warten. Beim dritten und letzten giftigen Anstieg musste der Arnstädter abreißen lassen, seine Sprint-Qualitäten kamen in der Entscheidung nicht mehr zum Tragen.

In einem Massenspurt ging der Sieg an den Italiener Elia Viviani. Der Fahrer vom Sky-Team behielt auf den letzten Metern vor Arnaud Demare aus Frankreich und dem Niederländer Dylan Groenewegen die Oberhand.

"Ich will jetzt nicht rumweinen, aber es haben Frische und die Körner gefehlt. Gefühlt bin ich gerade ganz schön am Arsch und will einfach nur die Füße hochlegen", sagte Kittel sichtlich erschöpft.

Nach seinen fünf Etappensiegen bei der Tour de France hatte sich der 29-Jährige durchaus Hoffnungen auf seinen ersten Triumph in der Hansestadt gemacht. Aber im entscheidenden Moment verließen Kittel die Kräfte und er musste viele Konkurrenten fast machtlos ziehen lassen.

Greipel bester Deutscher

So war Rang fünf für den Rostocker Andre Greipel die besten Platzierung eines deutschen Fahrers. Vor den Augen seines Vaters Erik Zabel, Cyclassics-Sieger 2001, kam dessen Sohn Rick auf den 13. Platz.

Bis 15 Kilometer vor dem Ziel hatte sich ein Trio noch Hoffnungen auf den Sieg gemacht, zu dem auch der Jonas Koch aus Rottweil gehörte. Aber in der Schlussphase wurden diese drei Profis noch abgefangen.

Nicht am Start war über die Strecke von insgesamt 221 Kilometern John Degenkolb, Cyclassics-Sieger von 2013. Der Geraer nimmt derzeit an der Vuelta teil.

80 Kilometer nach dem Start hatten Nikolai Trusow aus Russland und der Pole Kamil Malecki eine kleine Ausreißergruppe gebildet, die zwischenzeitlich einen Vorsprung von 5:40 Minuten herausfuhr.

Selbst nach der ersten von drei Waseberg-Überquerungen mit 16 Prozent Steigung behauptete das Führungs-Duo die Spitzenposition, ehe es kurze Zeit später vom Hauptfeld geschluckt wurde. Bei der ersten Zieldurchfahrt lag der Slowake Juraj Sagan vorn.

Vor den Profiradlern waren rund 18.000 Amateure über die Strecke gegangen. Zu ihnen gehörte auch der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Kuntz. Der Trainer der deutschen U21-Europameister kam über 60 km nach 1:41:07 Stunden ins Ziel.