Spotify liefert Zahlen und wird direkt abgestraft

Benedikt Kaufmann
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Update Apple: Goldman-Sachs-Einschätzung sorgt für schwache Kurse in der Vorbörse

Vor einem Monat der Börsengang, gestern zum ersten Mal Quartalszahlen und direkt abgestraft. Die Spotify-Aktie verliert nach Veröffentlichung der Ergebnisse zum ersten Quartal nachbörslich rund acht Prozent.

Der Börsenneuling konnte im Auftaktquartal zwar die Erwartungen der Wall Street erfüllen, die Prognose für das laufende Quartal blieb jedoch leicht hinter den Schätzungen zurück. Im ersten Quartal erlöste Spotify 1,14 Milliarden Euro. Im laufenden zweiten Quartal soll der Umsatz laut Unternehmensführung zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro liegen. Der Durchschnitt der Analystenschätzungen liegt mit 1,29 Milliarden Euro jedoch am oberen Ende dieser Spanne.

Nutzerwachstum bleibt weiterhin stark

Die Zahl der Premium-Nutzer des Musikstreaming-Dienstes stieg um 45 Prozent auf 75 Millionen an. Behält Spotify dieses Wachstum bei, dürfte die 100-Millionen-Nutzer-Marke bis zum Jahresende jedoch noch nicht geknackt werden. Beeindrucken kann Spotify dagegen bei einer anderen Nutzerkennzahl: die Abwanderungsrate, die das Verhältnis von Kündigungen zu den Gesamtkunden angibt, liegt bei dem Börsenneuling nur bei fünf Prozent.

Profitabilität erst zum Ende des Jahrzehnts

Trotz der ständig wachsenden Nutzerzahl gibt Spotify wesentlich mehr aus als es einnimmt. Im ersten Quartal lag der operative Verlust bei 41 Millionen Euro. Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal. Damals lag der operative Fehlbetrag noch bei 139 Millionen Euro. Es dürfte damit noch ein paar Jahre dauern, bis Spotify profitabel wirtschaftet. Analysten erwarten erst 2020 erste positive Ergebnisse.

 

Abstand halten

Nicht nur die durchwachsene Prognose ruft bei den Anlegern gemischte Gefühle hervor. Auch die Apple-Konkurrenz drückt den Anlegern aufs Gemüt. Apple Music und die Milliarden, die dort dahinterstehen, sind der Hauptgrund weshalb DER AKTIONÄR aktuell von einem Investment in den jungen Markt abrät.