Sportpolitik: Rio-Skandal: Ex-Olympia-Chef Nuzman auf freiem Fuß

Brasiliens früherer Olympia-Chef Carlos Arthur Nuzman ist unter Auflagen wieder auf freiem Fuß. Nach 15 Tagen Haft verließ er am Freitag gegen 16.30 Uhr Ortszeit das Gefängnis in Rio de Janeiro.

Brasiliens früherer Olympia-Chef Carlos Arthur Nuzman ist unter Auflagen wieder auf freiem Fuß. Nach 15 Tagen Haft verließ er am Freitag gegen 16.30 Uhr Ortszeit das Gefängnis in Rio de Janeiro.

Dem 75-Jährigen wird vorgeworfen, für die Wahl Rios als Olympia-Gastgeber Stimmen von IOC-Mitgliedern gekauft zu haben. Offiziell ist er wegen Geldwäsche, Devisenvergehen und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

Nuzmans Bewegungsspielraum ist allerdings eingeschränkt. Der frühere Präsident des nationalen Olympischen Komitees für Brasilien (COB) darf Rios Stadtgrenzen nicht verlassen. Außerdem ist Nuzman untersagt, Gebäude oder Räumlichkeiten des COB und des Organisationskomitees von Rio 2016 zu betreten sowie Kontakt zu mitbeschuldigten Personen in dem Verfahren aufzunehmen.

Nuzman war am 5. Oktober von den brasilianischen Behörden festgenommen worden. Einen Tag später hatte ihn das Internationale Olympische Komitee (IOC) suspendiert.

Zahlung an Diack im Mittelpunkt

Mitangeklagt sind auch der Senegalese Lamine Diack, ehemaliger Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, und dessen Sohn Papa Massata Diack.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Zahlung von mindestens zwei Millionen Dollar an Papa Massata Diack. Dieser soll vor der Olympiavergabe im Jahr 2009 mit dem Geld weitere Stimmberechtigte aus Afrika auf die Seite Rios gezogen haben.

Ebenfalls angeklagt wurden Sergio Cabral, zu jener Zeit Ministerpräsident des Bundeslandes Rio, der brasilianische Groß-Unternehmer Arthur Soares sowie Nuzmans rechte Hand Leonardo Gryner. Cabral sitzt derzeit bereits im Gefängnis. Er wurde wegen Bestechlichkeit zu 14 Jahren Haft verurteilt. Soares, über dessen Offshore-Konto die Zahlung an Diack lief, ist derzeit auf der Flucht.

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