Sporting Lissabons Präsident Bruno de Carvalho abgesetzt - Chaos geht weiter

Die chaotischen Wochen beim portugiesischen Traditionsklub Sporting aus Lissabon finden kein Ende. Nun wurde Präsident Carvalho einstimmig abgesetzt.

Das Chaos beim portugiesischen Spitzenklub Sporting aus Lissabon weitet sich aus. Der bisherige Präsident Bruno de Carvalho wurde auf der Generalversammlung des Ex-Vereins von Superstar Cristiano Ronaldo von der großen Mehrheit der Mitglieder abgesetzt.

Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten am 8. September soll eine mehrköpfige Kommission die Geschicke des früheren Europacup-Gewinners leiten.

Jesus, Patricio und Co. kündigen ihre Verträge

Carvalhos Absetzung nach fünfjähriger Amtszeit ist eine weitere Folge der blutigen Attacken von frustrierten Sporting-Hooligans auf die Mannschaft und den Trainer-Stab vor Monatsfrist. Rund 50 vermummte und mit Stöcken sowie anderen Gegenständen bewaffnete Ultras hatten Mitte Mai nach der verpassten Champions-League-Qualifikation Lissabons Trainingsgelände und Kabine gestürmt. Die Spieler wurden tätlich angegriffen. Auch der damalige Trainer Jorge Jesus war Ziel der Attacken, durch die der niederländische Ex-Bundesligaprofi Bas Dost eine Kopfverletzung erlitt.

Als Reaktion hatten zunächst Jesus sowie danach auch Portugals Nationaltorwart Rui Patricio sowie weitere Stars ihre Verträge mit Sporting gekündigt. Mehrere Mitglieder der Vereinsführung forderten außerdem Carvalho vergeblich zum Rücktritt auf, sodass das Mitgliedervotum notwendig wurde.