Spitzenkandidaten: Christoph Meyer ist der Mann der zweiten Chance

Berlin - Bundestagswahlkampf 2017 - Christoph Meyer von der FDP zu Gast in der Ruth - Cohn Schule in Charlottenburg

Berlin. Erst das Foto. Christoph Meyer weiß genau, wie er darauf aussehen will. Sein Blick, da mitten im Klassenzimmer vor einer Tafel in der Ruth-Cohn-Schule in Charlottenburg: geschäftig, ernst, Pokerface. Sie dürfen ruhig lächeln, sagt der Fotograf freundlich. Keine Chance. Meyer hat das typische seriöse Politikergesicht drauf.

Um ihn herum sitzen Schüler auf den Fensterbrettern, lungern herum, reden, beobachten Meyer, ein Stuhl fällt scheppernd zu Boden. Dazu das stete Stimmengewirr, das Läuten der Schulglocke. Den Mann irritiert das alles nicht. Sein Ding, das zieht er durch. Gleich werden er und Kollegen in kleinen Gruppen mit den Erstwählern diskutieren und Fragen beantworten. Jeder Tisch zu einem bestimmten Thema: Bildung, Flüchtlinge, Bauen. Der 42-Jährige trägt Anzug. Niemand der anderen Berlin-Kandidaten sonst – Linke, Grüne, CDU, SPD –, die an diesem Nachmittag zu dieser Art Speeddating zusammengekommen sind, trägt einen. Bei ihm kann man sich durchaus vorstellen, dass er Arbeits- von Freizeitkleidung trennt. Zu ihm passt das gut.

Jurist – und seit dem 18. Lebensjahr bei der FDP

Meyer, Berliner, schon immer im Südwesten der Stadt verwurzelt, heute in Steglitz lebend, Jurist, und FDP-Mitglied, seit er 18 ist. Überzeugungstäter, wie er selbst sagt. Es sei die Geisteshaltung des Liberalismus gewesen, die ihn angefixt hatte. Das zugehörige Wahlprogramm sei erst später studiert worden. Es waren auch nicht die Eltern, wie man meinen könnte – Vater Zahnarzt, Mutter Lehrerin –, die ...

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