Spinnenphobie: Londoner Zoo hilft Betroffenen

Die Angst vor Spinnen zählt zu den häufigsten Phobien weltweit. Im Londoner Zoo sollen Betroffene lernen, ihre Furcht vor den Achtbeinern zu überwinden – mit dem "Friendly-Spider"-Programm, das gerade sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Der Hypnosearzt John Clifford erklärt: "Einige der Patienten haben seit über 30 Jahren mit der Phobie gelebt. Das ist eine sehr ernste Sache. Es werden immer wieder Witze darüber gemacht, aber wenn zum Beispiel jemand einen Unfall baut, weil eine Spinne im Auto ist, hört der Spaß auf. Dann bringt die Phobie den Patienten und andere Menschen in Gefahr. Eine Arachnophobie ist sehr belastend für die Betroffenen. Und es ist wirklich wichtig, sie zu überwinden."

Die Experten schätzen, dass rund 98 Prozent der Teilnehmer nach dem Kurs fähig sind, Spinnen zu berühren. So wie die Autorin Kathy Lette: "Vor einer Stunde hätte mich allein der Gedanke, das hier zu tun, in Schockstarre versetzt. Jetzt habe ich das Gefühl, mich mit ihr anzufreunden."

Auch Stars wie der US-amerikanischen Popsängerin Sinitta hat das Programm gehelfen. "50 Jahre lang war ich traumatisiert", sagt die 54-Jähirge. "Ich habe Menschen aus dem Bett geklingelt, damit sie mich vor Spinnen retten. Selbst mein zweijähriger Sohn musste sie fangen und im Garten aussetzen. Teils bin ich über Nacht in Hotels gezogen, wenn in meinem Schlafzimmer eine Spinne war."

Woher die Angst kommt, ist bis heute ein Rätsel. Da schon Babys mit Furcht auf Spinnen reagieren, wird vermutet, dass sie ein Erbe aus der Urzeit ist.