Spielplatz: Neustart mit "Lümmelbänken"

Gelände an der Etzelstraße soll umgestaltet werden - Nachbarn sorgen sich wegen...

Das Areal an der Etzelstraße ist sozusagen der "Ebertplatz" unter den Kölner Spielstätten: Recht schön gelegen und mit großem Potenzial ausgestattet - aber aktuell in einem kläglichen Zustand und mit zweifelhaftem Publikum, das ihn frequentiert. So bietet das rund 5000 Quadratmeter große Gelände im Karree zwischen Etzelstraße, Bergstraße, Neue Kempener Straße und Artushof nur eine Rutsch- und Schaukelanlage sowie einen Streetballkorb; der Rest ist Wiese. Und vor allem abends zieht er Gäste an, für die der Spielplatz nicht gedacht ist.

Doch auf mittlere Sicht soll er sich ganz anders präsentieren. Das städtische Amt für Kinderinteressen will das Gelände aufwändig umgestalten. Hierzu liegt bereits eine mit Eltern und Kindern erarbeitete Planung vor, die Gabriele Menke beim Informations-Nachmittag auf dem Platz rund 30 kleinen und großen Nachbarn zeigte.

Vorgesehen ist in der Osthälfte des Areals ein Kleinkind-Spielbereich mit Sandbaustelle, Spielhaus, Minirutsche und Nestschaukel; für ältere Kinder ein Kletterturm mit Rutsche und ein Balancier-Parcours. Sowie eine "Chill-Ecke" mit Lümmelbänken, Unterstand, Tischtennisplatten und Streetball-Platz am anderen Ende der Anlage, zur Etzelstraße hin. Die Spielgeräte verbindet ein kleiner Weg. Auch landschaftlich soll es schöner werden: Zur Ecke Artushof/Neue Kempener Straße hin soll ein kleiner Hügel mit Ausguck-Plattform entstehen. Vier Bäume und zahlreiche Sträucher werden auf dem Platz gepflanzt. Bis 2020 soll alles fertig sein.

Auf der Versammlung ernteten die Pläne insgesamt viel Lob. "Als Kita-Leiterin finde ich die Planungen toll; für alle Altersgruppen ist etwas dabei", hieß es etwa. Doch auch Kritik und Anregungen waren dabei. Als zentrale Sorge stellten sich die unerwünschten Gäste heraus, die Nachbarn schon seit längerem beobachten. "Hier lungern Typen rum, die kommen im BMW angefahren und hinterlassen Dreck. In den Büschen liegt sonst was herum, auch Hunde laufen hier frei. Ein Unterstand würde die Probleme noch vergrößern", merkte ein Vater an.

Laut Menke könne jedoch die Umgestaltung Abhilfe bringen. "Wenn ständig auf dem Platz etwas los ist, werden sich die Leute schon zurückziehen, weil mehr soziale Kontrolle entsteht." Ein positives Beispiel sei ein Spielplatz im Severinsviertel, der im Umfeld sogar als Drogenumschlagplatz galt, nach der Sanierung aber zum beliebten Familientreff geworden sei.

Der Vorschlag von mehreren Eltern, auf einem Teil des Areals einen Bolzplatz einzurichten, scheitert am Abstand zu den Wohnhäusern; man bräuchte eine neue Baugenehmigung. Gegen ein wenig Ballspiel auf der Wiese habe jedoch niemand etwas. Ebenfalls schlugen die Eltern vor, auch einen befestigten Weg vom Eingang der Etzelstraße zu den Spielgeräten am anderen Platz-Ende anzulegen, sowie Tische und Bänke für Kindergeburtstage mitzuplanen. Auch eine Wasser-Spielanlage würde begrüßt - die aber im Budget nicht enthalten wäre. "Wir können Sponsoren suchen", regte eine Mutter begeistert an. "Wenn es wirklich so ist, dass wir 50 000 Euro an Spenden zusammen bekommen, könnten wir über eine Wasser-Spielanlage nachdenken", stellte Menke in Aussicht.

Beschluss steht an

Rund 210 000 Euro inklusive Planung sind für die Neugestaltung des Spielplatzes angesetzt. Die Bezirksvertretung Nippes kann am 21. September die Umgestaltung beschließen - wie auch für den Spielplatz an der Brehmstraße in Riehl. (bes)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta