Haftbefehl: PAOK-Präsident stürmt mit Waffe aufs Feld

Erneuter Eklat im griechischen Fußball: Das Topspiel zwischen Pokalsieger PAOK Saloniki und Spitzenreiter AEK Athen ist am Sonntagabend beim Stand von 0:0 kurz vor dem Ende abgebrochen worden.

Nachdem das vermeintliche Führungstor der Gastgeber wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt worden war, liefen Klub-Präsident Ivan Savvidis und weitere Personen auf den Platz.

Savvidis trug bei dem Gang auf den Platz sogar eine Waffe bei sich.

Nach tumultartigen Szenen beendete der Schiedsrichter das Spiel vorzeitig, die AEK-Spieler hatten den Platz zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. 


Staatsanwaltschaft reagiert prompt

Nach dem Ausraster reagierte die Staatsanwaltschaft in Thessaloniki und erließ Haftbefehl gegen den Klub-Präsidenten. Dies teilte die Polizei mit. 

Der griechische Vizeminister zuständig für Sport, Giorgos Vasiliadis, hatte nach dem Abbruch des Spiels erklärt: "Die Bilder mit Funktionären, die bewaffnet auf das Spielfeld gehen, werfen uns viele Jahre zurück". Er kündigte harte Maßnahmen an.  

Strafe gegen Saloniki jüngst reduziert

Der griechische Fußballverband (EPO) hatte erst am Sonntag eine Strafe gegen PAOK wieder reduziert.

Die Berufungskommission machte den Abzug von drei Meisterschaftspunkten rückgängig, zudem wurde der Zuschauerausschluss für zwei Spiele annulliert. Die Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro bleibt aber bestehen.

Am 25. Februar war es während des Spiels gegen Olympiakos Piräus zu dem bestraften Zwischenfall gekommen. Gäste-Trainer Oscar Garcia war von einem aus dem Publikum geworfenen Gegenstand am Kopf getroffen worden. Das Spiel wurde 3:0 für Olympiakos gewertet, was ebenfalls bestätigt wurde.

Wütende Fans stürmen TV-Studio

Im Anschluss hatten wütende PAOK-Fans das TV-Studio des staatlichen Senders ERT 3 gestürmt.

Der Moderator wurde gezwungen, fünf Minuten lang ein Protestschreiben zu verlesen. Darin stand unter anderem, die Strafe sei "der größte Sportskandal der Geschichte".

Die Fans verließen das Fernsehstudio jedoch friedlich, niemand wurde festgenommen.

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