Spiel in Portugal zeigt Schwäche des Videobeweises gnadenlos auf

In Deutschland wird der zum Start der Saison 17/18 eingeführte Videobeweis stark diskutiert. Ein Spiel in Portugal stellte nun unter Beweis, dass das System noch immer markante Schwächen hat.

Die Spieler von CD Aves freuten sich über einen Abseits-Treffer. (Bild: Getty Images)

CD Aves durfte sich letztlich freuen: Der Tabellenletzte der portugiesischen Tabelle erzielte in der 70. Minute das entscheidende 3:0 gegen Boavista Porto. Etwas überraschend, soweit allerdings noch nichts besonderes gegen den Tabellenneunten.

Besonders waren vielmehr die anschließenden Szenen. Der Schiedsrichter meinte, ein Abseits erkannt zu haben. Da weder er noch die Assistenten sich sicher waren, wurden die Bilder der Szene aus der zuständigen Kamera zu Rate gezogen.

TV-Bilder zeigen klares Abseits

Dabei wurde eine große Schwäche des Systems gnadenlos aufgezeigt: Fans hatten mit einer großen Fahne den Blick der Kamera auf den Strafraum von Boavista verdeckt und somit eine Überprüfung unmöglich gemacht.

Die TV-Bilder aus einem anderen Winkel deuteten auf ein klares Abseits hin, der Schiedsrichter konnte diese allerdings nicht zur Überprüfung nutzen und erkannte den Treffer somit fälschlicherweise an.

Vorfall in Bundesliga eher unwahrscheinlich

Besonders bitter für die Anhänger der unterlegenen Mannschaft: Ein eigener Fan hatte die Fahne geschwungen und damit seinem Team einen Gegentreffer beschert. Angesichts der improvisierten Kamera allerdings ein zu erwartender Vorfall.

Ähnliches scheint in der Bundesliga eher unwahrscheinlich. Im portugiesischen Stadion war ein provisorisches Gerüst mit dem Hilfsmittel aufgebaut worden, dass nicht über die nötige Höhe verfügte, um über die Fahne hinweg zu filmen.