"Spiegel": AfD-Chef Gauland beharrt auf Gustav-Stresemann-Stiftung

Im Stiftungsstreit der AfD beharrt Parteichef Alexander Gauland nach "Spiegel"-Informationen auf eine parteinahe Stiftung mit dem Namen Gustav Stresemanns. Er drohe damit, ansonsten das ganze Projekt zu kippen, berichtete das Magazin. 

Im Stiftungsstreit der AfD beharrt Parteichef Alexander Gauland nach "Spiegel"-Informationen auf eine parteinahe Stiftung mit dem Namen Gustav Stresemanns. Er drohe damit, ansonsten das ganze Projekt zu kippen, berichtete das Magazin in seiner neuen Ausgabe. In einer Telefonkonferenz des AfD-Bundesvorstands habe Gauland nach Angaben von Teilnehmern in dem Zusammenhang von einem "nuklearen Endschlag" gesprochen.

Wenn sich die zwei rivalisierenden Stiftungen nicht unter einem Dach und dem Namen des ehemaligen Reichskanzlers Stresemann vereinen ließen, werde er auf dem Bundesparteitag in Augsburg Ende Juni dafür werben, dass die AfD gar keine Stiftung bekomme, soll Gauland demnach gesagt haben.

Zwei Institutionen konkurrieren um die Anerkennung der AfD: die von Gauland favorisierte Stresemann-Stiftung und die von Ko-Fraktionschefin Alice Weidel unterstützte Desiderius-Erasmus-Stiftung, deren Vorsitz die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach übernommen hat.

Steinbach sagte dem "Spiegel": "Für eine Stresemann-Stiftung stehe ich nicht zur Verfügung. Ich habe nicht die Absicht, lange namensrechtliche Prozesse mit dessen Erben zu führen." Stresemanns Enkel haben rechtliche Schritte angekündigt, sollte die AfD-nahe Stiftung den Namen ihres Großvaters tragen.

Eine zentrale Figur der von Weidel favorisierten Erasmus-Stiftung sei der Österreicher Hans Hausberger, berichtete der "Spiegel" weiter. Er unterstützte demnach schon in den 1990er-Jahren die rechten Republikaner bei drei Stiftungsprojekten und arbeitete dem Bericht zufolge eng mit dem früheren Republikaner-Chef und einstigen Waffen-SS-Mitglied Franz Schönhuber zusammen.

Wenn sich die AfD auf eine parteinahe Stiftung einigt, kann sie wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien von staatlichen Mitteln profitieren - es winkt ein hoher zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr. Zudem können private Geldgeber über die Stiftung die Partei unterstützen, ohne als offizielle AfD-Spender aufzutauchen.