Spezialisten-Job: Darum tritt Luhukay in Sheffield an

Reinhard Franke

Jos Luhukay kann man vorerst wieder streichen.

Fast immer, wenn in den vergangenen Jahren bei einem Erst- oder Zweitligisten in Deutschland ein Trainer gesucht wurde, war sein Name in der Verlosung. In den nächsten Fällen läuft die Diskussion ohne den Niederländer.

Rund 14 Monate nach seinem Aus beim VfB Stuttgart wurde Luhukay am Montag beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday als neuer Cheftrainer vorgestellt.

"Wollte einmal im Ausland arbeiten"

"Ich wollte nach viele Jahren in Deutschland einmal im Ausland arbeiten. Sheffield Wednesday ist ein echter englischer Traditionsklub, der in dieser Saison Probleme hat", sagte der 54-Jährige in seinem ersten Interview als Sheffield-Coach bei SPORT1. "Mich haben diese Vereine auch in Deutschland schon immer gereizt."

Damit, Traditionsklubs wieder in die Spur zu bringen, kennt Luhukay sich aus. Darin ist er Spezialist. Er kehrte als Co-Trainer mit dem 1. FC Köln (2003) in die Bundesliga zurück und saß bei den Aufstiegen von Borussia Mönchengladbach (2008), dem FC Augsburg (2011) und Hertha BSC (2013) als Hauptverantwortlicher auf der Bank.

Nun die neue Herausforderung Sheffield. Der Klub ist aktuell Tabellen-16. von 24 Teams. Gleich im ersten Spiel unter Luhukay geht es am Freitag im Derby gegen Sheffield United.

Viele Möglichkeiten für Luhukay

"Hier herrscht Erfolgsdruck. Aber wenn man Wednesday stabilisiert bekommt, ergeben sich viele Möglichkeiten, mit diesem Klub die nächsten Schritte zu gehen."

Den Schritt nach England zu gehen, will Luhukay explizit nicht als Flucht aus Deutschland missverstanden wissen.

"In Stuttgart hatte es gut begonnen und ich habe ich gute Erfahrungen mit vielen Menschen beim VfB gemacht. Zu den Verantwortlichen, die mich damals geholt haben, besteht weiter ein gutes Verhältnis. Sie haben mir viel Erfolg in England gewünscht“, meinte der erfahrene Coach.

Trennung vom VfB "ist Geschichte"

Mit Geschäftsführer Jan Schindelmeiser verstand er sich nicht so gut. Der Streit mit ihm führte nach nur gut zwei Monaten Amtszeit zur Trennung vom VfB.

"Ich hätte dort bleiben können und die Gründe dafür, dass ich mich für das vorzeitige Ende entschieden habe, sind Geschichte", will Luhukay keine schmutzige Wäsche mehr waschen.

Anfragen aus Deutschland

Was erwartet ihn nun in England?

"Ich muss mich auf eine neue Fußball-Kultur einstellen. Die englische Championship ist voll mit anderen Traditionsklubs, die auch in Deutschland einen tollen Namen haben", sagt der Trainer. "Wir werden hart arbeiten müssen, um zurück ins obere Drittel zu kommen."