Spendenaufrufe und Fake-Shops: Betrüger nutzen Hochwasser aus

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Betrüger wollen die Notlage in den Hochwassergebieten ausnutzen (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay)
Betrüger wollen die Notlage in den Hochwassergebieten ausnutzen (Bild: REUTERS/Wolfgang Rattay)

Mit gefälschten Internet-Shops und Spendenaufrufen haben Kriminelle offenbar die Hochwasserkatastrophe ausgenutzt und Menschen um Geld gebracht.

In drei Fällen hätten mutmaßliche Betrüger etwa Bautrockner im Netz angeboten, wie die Polizei in Köln und Bonn am Montag berichtete. Nachdem Betroffene dort bestellt und vorab gezahlt hatten, seien die Firmen telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen. In einem anderen Fall hätte eine vermeintliche Elektrik-Firma Reparaturen angeboten, aber diese nach einer Zahlung nicht ausgeführt.

In Köln sucht die Polizei den Angaben zufolge nach mutmaßlichen Betrügern, die ein auf Facebook veröffentlichtes Foto einer durch das Hochwasser zerstörten Wohnung kopiert hätten und in einem neuen Beitrag dann um Spenden gebeten hätten. Ob dem Aufruf jemand gefolgt ist, werde nun ermittelt. Der Post sei gelöscht worden. In allen Fällen werde wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Die Polizei warnte in der Mitteilung von Montag vor Betrugsdelikten im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe.

Die Kriminellen nutzten die Hilflosigkeit und Spendenbereitschaft der Menschen aus. Gefälschte Internet-Shops seien auf den ersten Blick schwer zu erkennen: "Da die Täter aus dem Ausland agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft umständlich und langwierig. Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg ahnungslose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen", warnte die Polizei. Weil sie oft mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen lockten, sollten Kunden zum Beispiel keine spontanen Käufe machen und im Voraus Preise vergleichen.

Checkliste für Spendenaufrufe

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) rät im Zusammenhang mit Spendenaufrufen im Netz dazu, die Organisationen im Zweifel selbst prüfen. Das DZI hat dazu eine Checkliste für sicheres Spenden erstellt: Ist die Organisation gemeinnützig? Fühlt man sich gut informiert? Gibt es eine Kontaktadresse für weitere Fragen? Anhand solcher Fragen werden Spendenwillige mit der Checkliste zum Prüfen angeleitet.

Das DZI hat zudem für die "Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands" eine Liste mit Adressen und Kontonummern von Organisationen zusammengestellt, die zu Spenden zugunsten der Betroffenen aufrufen. Sie ist auf der Webseite des DZI als PDF abrufbar und enthält weitere Tipps zum sicheren Spenden. So weist das DZI etwa darauf hin, dass Geldspenden von Hilfsorganisationen oft flexibler und effizienter eingesetzt werden können als Sachspenden

Alle dort genannten Organisationen tragen das DZI-Siegel. Spender können sicher sein, dass die Organisation sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und nachprüfbar ausweist, wofür die Spendengelder verwendet werden.

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