Spekulationen um Laschet-Abgang heizen CDU-Machtkampf an

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(Bloomberg) -- In der Union bahnt sich nach der historischen Wahlschlappe vom Sonntag ein erster Machtkampf an. Bei der konstituierenden Sitzung der neugewählten CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird CDU-Chef Armin Laschet am heutigen Nachmittag darauf dringen, den Fraktionschef zunächst nur kommissarisch wählen zu lassen. Amtsinhaber Ralph Brinkhaus ist hingegen fest entschlossen, sich ein reguläres Mandat für ein ganzes Jahr geben zu lassen, wie am Dienstag aus seinem Umfeld verlautete.

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Der Ausgang der Fraktionssitzung, die heute um 17 Uhr beginnt, gilt als offen. Aufgrund des schlechten Abschneidens der Union bei der Bundestagswahl hat sich die Zahl der Abgeordneten von 246 auf nur noch 196 reduziert. Dementsprechend angespannt und unvorhersehbar werde die Stimmung in der Sitzung sein, hieß es am Morgen aus Fraktionskreisen.

Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass sich neben Brinkhaus auch noch Gesundheitsminister Jens Spahn oder der frühere Fraktionschef Friedrich Merz zur Wahl stellen könnten. Laschet wird an der Sitzung als gewählter Abgeordneter teilnehmen.

Laschets Tage als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sind auf jeden Fall gezählt. Am Montagabend signalisierte er bei einer Sitzung der NRW-CDU nach Teilnehmerangaben, dass er Ende Oktober sein Amt aufgeben werde, um sich ganz auf seine Aufgabe in Berlin zu konzentrieren.

Allerdings ist derzeit unklar, was genau diese Aufgabe sein wird. Als Parteichef würde er für die Union gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder mögliche Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP führen. Allerdings hat Söder bereits klar gemacht, dass er solche Verhandlungen zunächst nicht will. Auch als möglicher Oppositionsführer stößt Laschet auf breite Ablehnung in den eigenen Reihen.

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