Die SPD will Arbeitnehmern nach Corona einen dauerhaften Rechtsanspruch auf Homeoffice verschaffen

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In der Corona-Pandemie waren Arbeitgeber dazu verpflichtet aus Infektionsschutzgründen ihren Arbeitnehmern Homeoffice zu ermöglichen. Diese Phase ist jetzt zu Ende gegangen, aber die SPD drängt für die Zeit nach Corona auf einen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer auf Homeoffice. Zumindest für einen Teil der jährlichen Arbeitszeit. "Grundsätzlich sollen Beschäftigte bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten können, wenn es die Tätigkeit erlaubt", sagte die Partei-Vorsitzende Saskia Esken der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Homeoffice habe während der Corona-Pandemie enorm an Bedeutung gewonnen und die Arbeitswelt vieler Menschen verändert.

"Während einige kaum erwarten können, endlich wieder ins Büro zu kommen, haben andere für sich erkannt, dass sie im Homeoffice effektiver und besser arbeiten können", sagte Esken. Sie betonte, dafür sei eine gesetzliche Regelung notwendig. Auch im Homeoffice müssten Arbeits- und Ruhezeiten gelten und ein Recht auf Nichterreichbarkeitszeiten. "Zu einer flexiblen Arbeitswelt gehören eben auch flexible Arbeitsplatzmodelle", sagte die SPD-Vorsitzende.

Umfrage zeigt: Arbeitnehmer haben Gefallen gefunden

Einer Mitte Mai vorgelegten Umfrage des Beratungsunternehmens EY zufolge wollen die meisten Beschäftigten auch nach der Corona-Krise teils im Homeoffice arbeiten. Demnach wollen 38 Prozent pro Woche nur noch drei- bis viermal, 36 Prozent sogar nur noch ein- bis zweimal ins Büro. Sieben Prozent gaben an, ausschließlich von zu Hause arbeiten zu wollen. Umgekehrt wollen 19 Prozent der Befragten künftig nicht (mehr) aus dem Homeoffice arbeiten, wenn es nach ihnen geht. Insgesamt sehen vier von fünf Befragten weiter an vielen Stellen Nachholbedarf bei der Digitalisierung auch bei Homeoffice-Angeboten. Mehr als ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer YouGov-Umfrage sehen diesen Bereich als dringend verbesserungsnötig.

Der Mittelstand hatte bereits im Mai eine sofortige Abschaffung der Homeoffice- und Testvorschriften für Unternehmen gefordert. Die mittelständischen Unternehmen hätten in der Corona-Pandemie gezeigt, dass sie verantwortlich handeln. Ebenfalls im Mai hatte der Bundestag Beschäftigten im Homeoffice mehr Rechte und Mitsprache eingeräumt. Betriebsräte sollen demnach bei Geräten und Geld fürs Homeoffice stärker mitreden dürfen. Außerdem werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Unfällen auf dem Weg zur Kita des Kindes auch von der Unfallversicherung geschützt. cri/dpa

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