SPD-Politiker Kahrs droht nach Glyphosat-Eklat mit harten Konsequenzen

Glyphosat vergiftet das Klima zwischen Union und SPD

Nach der umstrittenen Glyphosat-Entscheidung des CSU-geführten Landwirtschaftsministeriums hat der SPD-Politiker Johannes Kahrs Konsequenzen für eine mögliche Regierungsbildung angekündigt. "Für die Union wird es jetzt richtig teuer", sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben). Er bezog sich damit auf mögliche Gespräche zwischen SPD und Union zur Bildung einer neuen großen Koalition.

Kahrs zeigte sich empört, dass sich das Ministerium über den Widerstand der SPD hinweggesetzt und damit gegen die Geschäftsordnung der Koalition verstoßen habe. "Entweder Frau Merkel hat von der Entscheidung gewusst, dann hat sie Vertrauen zerstört", sagte er über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Oder aber sie hat es nicht gewusst, dann hat sie ihren Laden nicht im Griff."

Deutschland hatte in Brüssel am Montag auf Veranlassung von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) einer Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat zugestimmt, obwohl Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem widersprochen hatte. Die SPD ist äußerst verärgert über Schmidts Vorgehen.

Glyphosat gilt als schädlich für Natur und Artenschutz sowie als möglicherweise krebserregend. Letzteres ist allerdings umstritten. Die EU-Entscheidung sieht eine Zulassung von Glyphosat für weitere fünf Jahre vor.