"Erbärmlich" - SPD-Politiker Kahrs attackiert Merkel hart in Homoehe-Debatte

"Peinlich", "erbärmlich", "vielen Dank für nichts": Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Debatte um die Homoehe im Bundestag scharf attackiert

"Peinlich", "erbärmlich", "vielen Dank für nichts": Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Debatte um die Homoehe im Bundestag scharf attackiert. Kahrs warf Merkel und der Union vor, die Homoehe jahrelang blockiert zu haben. Dass die Kanzlerin Anfang der Woche von ihrem Nein abgerückt sei, ändere an dieser Bewertung nichts.

"Frau Merkel: es war erbärmlich, es war peinlich", sagte der Homosexuelle Kahrs am Freitag. "Seit 2005 haben sie die Diskriminierung von Lesben und Schwulen hier unterstützt und haben nichts dafür getan, dass es zu einer Gleichstellung kommt."

Merkel hatte bei einer Veranstaltung am Montagabend auf eine Publikumsfrage nach der Homoehe gesagt: "Ich möchte die Diskussion mehr in die Situation führen, dass es eher in Richtung einer Gewissensentscheidung ist, als dass ich jetzt per Mehrheitsbeschluss irgendwas durchpauke." Daraufhin preschte die SPD vor und setzte zum Ärger des Koalitionspartners Union eine Abstimmung noch in derselben Woche durch.

Kahrs sagte, dass Merkel sich "verstolpert" habe und wohl frühestens in der nächsten Legislaturperiode eine Abstimmung über die Homoehe gewollt hätte. "Ehrlicherweise Frau Merkel: Vielen Dank für nichts."

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte später bei einer Kundgebung der Sozialdemokraten zum Homoehe-Beschluss vor dem Brandenburger Tor, dass Kahrs eine "Wutrede" gehalten haben. "Aber das ist jetzt egal", fügte er hinzu. Kahrs sei eben ein "authentischer Typ".