SPD-Mitgliedervotum: Auf den Hund gekommen

Pünktlich zum Beginn des SPD-Votums zur GroKo werden die Sozialdemokraten von einer Blamage überrascht. Denn der BILD ist es gelungen, einen Hund und eine Katze zu Abstimmung anzumelden. Die Boulevardzeitung wollte testen, ob eine Manipulation der Aktion möglich sei. "Tierisch leicht" wie die Zeitung feststellte.

BILD-Test

Mit der E-Mail und der Postadresse des Frauchens wurde Hündin "Lima" online als SPD-Parteimitglied angemeldet. Knapp zwei Stunden später sei das drei Jahre alte Tier mit spanischem Pass angenommen worden sein. Auch eine Katze mit dem polnischen Namen Kotka Kowalska darf jetzt als Parteimitglied über die " Große Koalition abstimmen ". Laut BILD-Nachfrage geht die Partei von der Richtigkeit der Angaben neuer Mitglieder aus.

Was eigentlich ein Witz ist, findet der stellvertretende Chefredakteur der BILD nicht zum Lachen: Denn was der Zeitung ohne Probleme gelang, könnten auch andere: Rechtsaußen-Aktivisten, russische Trolle oder jeder, der die SPD-Mitgliederbefragung manipulieren will. Sein Fazit: Die Mitgliederbefragung sei hochgradig anfällig für Manipulationen und nicht nur deshalb gefährlich für die Demokratie.

Fake-Mitgliedschaft?

Die SPD will den Parteieintritt des Hundes aufgrund falscher Angaben rückgängig machen. Laut einem SPD-Sprecher handele es sich um eine "Fake-Mitgliedschaft": "Wir prüfen, ob wir die Mitgliedschaft annullieren können, da sie offensichtlich mit Täuschungsabsicht erstellt worden ist." Die Frage, die sich stellt: Gibt es weitere "Fake-Mitgliedschaften"?

In der SPD nimmt man den Hunde-Eintritt - trotz Kritik am BILD-Beitrag - anscheinend mit Humor. SPD-Vize Ralf Stegner twittert:

Wer darf wählen?

Wählen darf, wer bis zum 6. Februar um 18 Uhr als Mitglied der SPD registriert war. Man muss nicht volljährig sein und braucht auch keine deutsche Staatsbürgerschaft. Allein in diesem Jahr verzeichneten die Sozialdemokraten mehr als 24.300 Neueintritte - wohl auch durch die Aussicht befeuert, über eine Neuauflage der GroKo oder nicht abstimmen zu können.

Wahlverfahren

Die Entscheidung darüber liegt jetzt in den Händen der SPD-Basis. Alle rund 463 723 Mitglieder sollten die Wahlunterlagen erhalten haben. Zusammen mit einer eidesstattlichen Erklärung sollten die Wahlbriefe bis zum 2. März im Postfach des Vorstands eingegangen sein. Es wird mit einem knappen Ausgang gerechnet.