Die SPD könnte doch noch in die GroKo gehen — unter einer Bedingung

Marc Steinau
Merkel Schulz

Die SPD steht „für den Eintritt in eine große Koalition nicht zur Verfügung“. Sagte deren Parteivorstand, am Montag. Das Scheitern der Jamaika-Gespräche scheint die Sozialdemokraten zwar eiskalt erwischt, aber nicht zu einem Überdenken der eigenen Position bewegt zu haben. Nach vier Niederlagen gegen Angela Merkel geht es für die SPD um alles. Das Vorhaben: Aus der Opposition heraus 2021 zum großen Angriff blasen.

Doch mit der Torpedierung der Jamaika-Verhandlungen durch die FDP steckt die Partei von Martin Schulz in einem Dilemma. Mit 53,4 Prozent der Wählerstimmen könnte sie zusammen mit der CDU eine Mehrheitsregierung bilden. Zum Vergleich: Eine Jamaika-Koalition käme auf nur 52,5 Prozent. Die SPD müsste es nur wollen. Doch Schulz schließt dieses Bündnis bislang aus. Andere SPD-Politiker denken hingegen ernsthaft über eine Große Koalition nach.

Für viele gibt es jedoch eine Bedingung: Angela Merkel muss weg. Bundestags-Vize Thomas Oppermann, Wirtschaftspolitiker Harald Christ und Johannes Kahrs, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, brachten diese Forderung bereits ins Gespräch.

Ohne Merkel „neues Szenario“

Kahrs habe es richtig gefunden, die GroKo nach der Bundestagswahl abzulehnen. „Doch Angela Merkel hat während der Jamaika-Verhandlungen versagt, und jetzt haben wir eine neue Lage“, sagt Kahrs im Gespräch mit Business Insider. Der Anstand und Respekt gebiete es nun, der Einladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu folgen und mit ihm über die Lage zu sprechen. In der CDU müsse sich aber etwas tun, bevor man ins Gespräch kommt, fordert Kahrs. „Jede Fraktion muss nun ihre Personalprobleme lösen, und wenn ich mich so umhöre, rumort es bei der CDU als auch bei der CSU gewaltig.“ Wer auf Merkel oder Seehofer folgen könnte? „Das ist mir scheißegal“, so Kahrs.

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