SPD-Haushaltsexperte: EU könnte noch mehr Geld von Briten fordern

dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Auf Großbritannien könnten nach Angaben des SPD-Haushaltsexperten Jens Geier noch größere finanzielle Förderungen der EU zukommen als bisher gedacht. Durch den Einbruch der britischen Währung nach dem Brexit-Referendum seien der EU Einnahmen von bis zu 1,5 Milliarden Euro entgangen, sagte der Europaabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Wenn gelte, dass die Briten für alle entstandenen Kosten des Brexit einzustehen hätten, müssten sie nun auch dafür aufkommen.

"Es kann nicht sein, dass die europäischen Steuerzahler für die leichtfertige Politik der konservativen Tories bezahlen müssen", kommentierte Geier. Mit den bis zu 1,5 Milliarden Euro könnte die EU viele sinnvolle Dinge finanzieren. Aktuell fehlten der EU-Kommission zum Beispiel Mittel, um einen Schulausbau für syrische Kinder in der Türkei zu finanzieren.

Den Fehlbetrag im EU-Haushalt erklärte Geier damit, dass die Briten ihren Anteil am EU-Haushalt in Pfund zu einem vorher festgelegten Wechselkurs überwiesen. Ist das Pfund im Vergleich zum Euro schwach, macht sie dies negativ im EU-Haushalt bemerkbar. Der Kurs der britischen Währung war nach dem Brexit-Referendum im Juni des vergangenen Jahres drastisch eingebrochen. Er liegt auch heute noch deutlich unter dem vor der Volksabstimmung über den EU-Austritt Großbritanniens.

Die gesamten finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens gegenüber der EU wurden zuletzt auf bis zu 100 Milliarden Euro geschätzt.