Wie die SPD an einem großen Teil ihrer Wähler vorbeiredet

Lennart Pfahler
Die SPD-Spitze scheint dem Absturz wenig entgegen setzen zu können.

Eigentlich war es ein Eklat mit Ansage. 

Als die SPD-intern umstrittene neue Vorsitzende Andrea Nahles vor nun fast zwei Wochen in einem Interview erklärte, Deutschland könne ja “nicht alle” Zuwanderer aufnehmen, war zu erwarten, dass die Parteilinke nicht mit Jubelstürmen reagieren würden.

Doch auch leiderprobte Sozialdemokraten dürfte überrascht haben, mit welcher Häme Journalisten seitdem auf die SPD eindreschen.

“Macht den Laden dicht, ihr Deppen”, twitterte Patrick Bahners, als Redakteur der konservativen “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” zumindest unverdächtig, ein radikaler Linker zu sein.

“Spiegel”-Journalist Georg Diez äußerte sich ebenso deutlich: “Die SPD sollte sich einfach gleich selbst abschaffen, es ist zu traurig, diesem langsamen, angstbesetzten, gefährlichen Hinsiechen zuzusehen, diese Anbiederung an rechtes Ressentiment, dieses Aufgeben von allem Aufklärerischen und Vorwärtsgewandten.”

Richtungsstreit in der SPD ignoriert das Kernproblem der Partei

Die Frage, die sich vielen aufzudrängen schien: Wie will die SPD bei einem solchen rhetorischen Rechtsruck noch ihr linkes Klientel erreichen?

Es ist nicht so, als wäre die Frage nach der Ausrichtung der SPD neu.

Spätestens seit den Hartz-Gesetzen befindet sich die Partei im Richtungsstreit. Viel wurde in den vergangenen Monaten geschrieben über eine Entfremdung in der SPD. Über eine Parteispitze, die nicht mehr für die Mehrheit der Mitglieder spreche. 

Was dabei aber meistens anklang: Die SPD-Basis wünscht sich eine linke Erneuerung der Partei, doch die Führung will in eine konservativ geführte GroKo.

Es ist ein Bild, das eine zentrale Bruchstelle zwischen der Partei und ihren Wählern ignoriert: Große Teile der Wählerschaft der Partei sind längst nicht so links wie viele – auch in der sozialdemokratischen Führung – glauben.

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