SPD-Generalsekretär macht sich über Angela Merkel lustig

Die Kritik von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bringt die Kanzlerin nicht aus der Fassung. (Bild: Getty Images)

Dass ihre eigene Partei bei der Ministerienverteilung in einer möglichen Großen Koalition schlecht weggekommen sei, musste sich Angela Merkel in den vergangen Tagen oft anhören. Als jetzt auch noch der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in Richtung Kanzlerin stichelte, konterte die den Angriff in ihrer typischen Art.

Angesichts der vernichtenden Umfragewerte der SPD samt Personalchaos klang es doch ziemlich keck, was Lars Klingbeil beim Neujahrsempfang der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg zum Besten gab. Über die harten Verhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD sagte der SPD-Generalsekretär im Hinblick auf Angelas Merkels Christdemokraten am Sonntag: „ Einen Tag länger und sie hätten uns das Kanzleramt auch noch übergeben.“


Die SPD-Anhänger beklatschten den flapsigen Spruch, hinter dem tatsächlich ein großer Erfolg der Sozialdemokraten steht. Trotz des historischen Tiefstwerts von 20,5 Prozent bei der Bundestagswahl bekäme die SPD in einer neuerlichen GroKo unter anderem das prestigeträchtige Außenministerium sowie die Ministerien für Finanzen und Arbeit. Insbesondere dass die CDU nicht länger den Finanzminister stellen würde und nur noch in den Bereichen Verteidigung, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft federführend wäre, wird auch in den eigenen Reihen kritisch betrachtet.

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In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ nahm die Kanzlerin am Sonntagabend dann selbst Stellung. Im Interview mit Bettina Schausten stellte sie klar, dass sie die volle Amtszeit von vier Jahren im Amt bleiben wolle, jedoch eine Verjüngung der Partei anstrebe. Direkt auf Lars Klingbeil angesprochen, sagte sie nur reduziert: „So ein SPD-Generalsekretär muss auch mal ein paar nette Worte sagen in diesen Tagen.“ Eines ist jedenfalls klar: Einen Grund für Überheblichkeiten gibt es momentan in keiner Partei.

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