SPD gegen Anreize für Nutzung der Corona-App

BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Chefin Saskia Esken hat sich dagegen ausgesprochen, Anreize für die Nutzung der geplanten Corona-App zu geben. Die App solle freiwillig sein - "dazu gehört kein Zwang, keine Anreize, keine Verhaltenssteuerung", sagte Esken am Montag in Berlin. "Der Anreiz muss sein, dass wir alle verstehen, dass diese App uns dabei unterstützt, die Pandemie in den Griff zu kriegen." Die Gesellschaft dürfe nicht gespalten werden, indem man bei einem Restaurantbesuch zuerst seine App vorzeigen müsse. "In so einer Welt möchte ich nicht leben", betonte Esken.

Der EU-Politiker Axel Voss (CDU) hatte vorgeschlagen, Nutzer der Warn-App sollten mehr Freiheiten bekommen als diejenigen, die sie nicht runterladen wollten. App-Nutzer sollten im grenznahen Bereich als erste wieder reisen dürfen. "Wer eine solche App hat, sollte auch zuerst wieder ins Restaurant, ins Kino, ins Theater und ins Freibad dürfen", schlug er in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor.

Die geplante Warn-App soll voraussichtlich Mitte Juni zur Verfügung stehen. Sie soll helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. Das funktioniert allerdings nur, wenn ein großer Teil der Bevölkerung das freiwillige Programm auf dem Handy auch einsetzt.