SPD-Fraktionsvize Lauterbach schließt große Koalition nicht aus

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach hat eine große Koalition als letzte Option nicht ausgeschlossen. Parteichef Martin Schulz wird zu einem Gespräch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach hat eine große Koalition als letzte Option nicht ausgeschlossen. "Wenn überhaupt nichts anderes geht", müsse auch noch einmal über eine große Koalition nachgedacht werden, sagte Lauterbach am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Dann müsse aber über Inhalte gesprochen werden.

"Wir sind ja hier nicht auf einem Basar, wo es heißt, ihr springt oder springt nicht", sagte Lauterbach. Er sei "sehr skeptisch". Wenn eine Minderheitsregierung angeboten werde, werde die SPD auch das selbstverständlich prüfen. "Wir haben nicht gesagt, dass wir uns für alles verschließen".

Die Atmosphäre in der SPD bezeichnete Lauterbach als "gespannt". Sie seien "in einer besonderen Situation". Diese sei auch "sehr schwer" für Parteichef Martin Schulz, aber die Partei stehe "voll hinter ihm".

Schulz wird am Donnerstagnachmittag bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Der Bundespräsident erörtert derzeit in zahlreichen Gesprächen, welche Möglichkeiten zur Regierungsbildung es nach dem Ende der Sondierungen über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen noch gibt.

Der SPD lehnt eine Neuauflage der großen Koalition bislang ab. Allerdings mehren sich innerhalb der Partei die Stimmen, doch noch einmal mit der Union zu sprechen. Weitere Optionen sind eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen.