Bauprojekte in Köln: SPD fordert bessere Standards und schärfere Kontrollen

SPD will bessere Standards sowie eine schärfere Kostenkontrolle.

Mit ihrer Forderung an die Verwaltung, die Kosten für einen Neubau von Oper und Schauspielhaus an alternativen Standorten in der Stadt zu prüfen, hat die Kölner SPD am Wochenende Wellen geschlagen. Grund für die Forderung ist die Kostenexplosion an der Baustelle am Offenbachplatz: Die Vollendung der Sanierung von Oper und Schauspielhaus soll bis zu 570 Millionen Euro kosten. Ob es dabei bleibt, ist fraglich: Bernd Streitberger, technischer Betriebsleiter der Bühnen, gab bekannt, er wolle für die Einhaltung dieser Summe keine Garantie abgeben.

Externes Expertengremium gefordert

Fraktionschef Martin Börschel legte am Sonntag mit einer weiteren Forderung nach, die für alle Bauprojekte in der Stadt gelten soll: Er möchte, dass ein externes Expertengremium berufen wird, das verbindliche Standards entwickelt, die vor einem Baubeschluss künftig zwingend eingehalten werden müssen. Dazu könne beispielsweise die Einführung eines Planprüfers gehören, der kontrolliert, wie realistisch die Kostenangaben eines Anbieters sind.

„Es darf nicht wieder vorkommen, dass mit der Bauausführung ohne baureife Planunterlagen begonnen wird“, kritisierte Börschel. Auch dürften Projekte „nicht mehr durch scheinbar günstige Anfangsprognosen gängig gemacht werden, die dann nicht zu halten sind“. Fakt ist, dass die durch Ausschreibungen ausgesuchten Anbieter ihre anfänglich prognostizierten Kosten im Verlauf der Bauzeit fast immer – oft deutlich – überschreiten.

Überraschungen vermeiden

Ein interdisziplinär aufgestelltes Team aus Stadtplanern, Architekten und Ingenieuren fordert Börschel auch für die Prüfung alternativer Standorte für Oper und Schauspielhaus in der Stadt, „um Überraschungen oder einseitige Sichtweisen zu vermeiden“.

Börschel plädiert dafür, dass die Interimsstandorte Staatenhaus und Carlswerk in die Prüfung einbezogen werden. „Selbst nach notwendigen Umbauten könnte die Chance bestehen, in bescheideneren Bauten Oper und Schauspiel auf qualitativ hohem Niveau anzubieten – wie es selbst unter den jetzigen Bedingungen Birgit Meyer und Stefan Bachmann beweisen.“

CDU, Grüne und die FDP kritisieren die Forderungen der SPD. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck warf der SPD vor, mit einem populistischen Plan nach Wählerstimmen zu fischen. Ralph Elster, kulturpolitischer Sprecher der CDU, sprach von einem „Sommertheater“. Bereits investierte 300 Millionen Euro seien verloren, wenn der Weiterbau gestoppt würde....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta