SPD fällt auch in ZDF-"Politbarometer" unter die 20-Prozent-Marke

Die SPD ist auch im ZDF-"Politbarometer" unter die 20-Prozent-Marke gefallen. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge erreichen die Sozialdemokraten nur noch 19 Prozent

Die SPD ist auch im ZDF-"Politbarometer" unter die 20-Prozent-Marke gefallen. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge erreichen die Sozialdemokraten nur noch 19 Prozent, einen Punkt weniger als bisher. Noch größer waren allerdings die Verluste der Unionsparteien, die zwei Prozentpunkte verloren und nun auf 31 Prozent kommen. Zu den Verlierern zählte auch die FDP mit sieben Prozent (minus eins).

Deutlich zulegen konnten dagegen die Grünen, die sich um zwei Punkte auf 14 Prozent verbesserten. Gleiches gilt für die AfD, die ebenfalls um zwei Punkte auf 14 Prozent zulegte. Die Linkspartei verbesserte sich um einen Punkt auf elf Prozent.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erklärte im ZDF-"Morgenmagazin" die Verluste der Union mit der langen Dauer der Regierungsbildung. Die Umfrage sei ein "Zeichen dafür, dass die Leute allmählich mit ihrer Geduld am Ende sind". Die Menschen wollten endlich eine Regierung.

Die Meinungen zu einer Neuauflage der großen Koalition bleiben allerdings in der Bevölkerung laut "Politbarometer" geteilt. 43 Prozent würden eine gemeinsame Regierung von Union und SPD begrüßen, 35 Prozent fänden dies allerdings schlecht. Die übrigen sind unentschieden oder wollten keine Meinung äußern. Bei den Anhängern der Union gibt es allerdings mit 70 Prozent und bei der SPD mit immerhin fast 60 Prozent jeweils eine deutliche Zustimmung zu einer neuen "GroKo".

Bei der Frage nach den nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikern fuhr der SPD-Vorsitzende Martin Schulz mit nur noch 0,0 Punkten (minus 0,4) sein bislang schlechtestes Ergebnis ein und landet auf dem vorletzten Platz. Wolfgang Schäuble (CDU) wird hingegen weiterhin als wichtigster Politiker angesehen - auf der Skala von plus fünf bis minus fünf liegt sein Durchschnittswert bei 1,9 (Januar: 1,8).

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) landet mit 1,3 (Januar: 1,5) auf dem zweiten Platz; kurz danach kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 1,2 (Januar: 1,5). Als viertwichtigster Politiker wird mit 0,9 (Januar: 1,1) der frühere Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir wahrgenommen. Wieder dabei ist die SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles mit 0,4 Punkten.

In der Bewertung der Befragten sinkt die Relevanz von FDP-Chef Christian Lindner mit 0,2 weiterhin (Januar: 0,3), auch der Durchschnittswert von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist auf 0,1 gesunken (Januar: 0,4). Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist neu in den Top Ten und wird mit 0,0 bewertet. Schlusslicht bleibt CSU-Chef Horst Seehofer, der im Schnitt mit minus 0,3 bewertet wird.

Die SPD war zuvor auch im ARD-"Deutschlandtrend" abgerutscht und zwar auf nur noch 18 Prozent. Die Union verharrte hier bei 33 Prozent.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das "Politbarometer" vom 30. Januar bis zum 1. Februar 1302 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.