SPD zieht optimistisch in Wahlkampfendspurt - Union sorgt sich um Führungsrolle

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Wahlplakate mit Scholz, Baerbock und Laschet

Einen Monat vor der Bundestagswahl zeigt sich die SPD optimistisch, während die Union um ihre bisherige Führungsrolle fürchtet. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte am Donnerstag in Berlin, die gestiegenen Umfragewerten seien Ansporn für den Schlussspurt. Demgegenüber mahnte CSU-Chef Markus Söder in der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier" die Union: "Es wird jetzt richtig knapp." Einer neuen Umfrage zufolge liegen Union und SPD derzeit gleichauf.

Klingbeil sagte bei der Vorstellung des SPD-Werbespots sowie von Wahlplakaten für die Schlussphase: "Das Rennen ist offen." Er wisse nicht, wann es zuletzt einen Monat vor der Wahl eine solch spannende Situation gegeben habe. Er habe immer gesagt, dass sich die Menschen im August entscheiden würden, sagte Klingbeil. Er berichtete von steigenden Besucherzahlen bei Wahlveranstaltungen der Sozialdemokraten. Zudem hätten die Wahlkämpfer insgesamt bislang eine Million Hausbesuche absolviert.

"Und wir sind als SPD so geschlossen wie keine andere Partei", zeigte sich Klingbeil überzeugt. "Es tut mir als Wahlkampfmanager überhaupt nicht leid, dass wir nicht die chaotischen Zustände bieten wie die Union oder die Grünen teilweise."

Söder sagte, entweder rutsche Deutschland mit der Bundestagswahl "nach links" oder aber das Land bleibe "bürgerlich stabil". Zu Kritik aus der Schwesterpartei CDU, er unterstütze den gemeinsamen Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) nicht ausreichend, sagte der bayerische Ministerpräsident: "Die Verantwortung für die Umfragen liegt nicht in Bayern." Während er und die CSU für Laschet kämpften, würde er sich "ehrlich wünschen, dass sie auch in der CDU mehr für ihn werben".

Einem immer wieder ins Gespräch gebrachten Austausch des Kanzlerkandidaten erteilte Söder eine Absage. "Die Wahlzettel sind gedruckt und die Wahlplakate geklebt, da macht es keinen Sinn, über einen Kandidatentausch zu reden." Söder hatte sich mit Laschet einen offenen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur geliefert.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte der "Rheinischen Post", wenn es "Spitz auf Knopf" stehe, "dann kämpft man". "Jetzt müssen wir in der Union uns um unseren Kanzlerkandidaten scharen, ihn unterstützen und ihn nicht durch Sticheleien schwächen", sagte der CDU-Politiker.

Forderungen nach einem Austausch des Kanzlerkandidaten halte er "für ganz falsch", fügte Schäuble hinzu. Ziel müsse es sein, "mit möglichst großem Abstand stärkste Fraktion zu werden", unterstrich der Bundestagspräsident. "Danach werden wir mit den anderen demokratischen Parteien reden."

In den Umfragen hatte die Union zuletzt verloren, während die SPD zulegen konnte. Erstmals seit 15 Jahren überholten die Sozialdemokraten in dieser Woche in der wöchentlichen Umfrage des Instituts Forsa die CDU/CSU.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Kantar-Erhebung für das Magazin Focus kamen SPD als auch CDU/CSU auf jeweils 23 Prozent. Die SPD legte demnach zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche zu, die Union verbesserte sich um einen Punkt. Die Grünen verschlechterten sich um einen Punkt auf 18 Prozent. Die FDP kam unverändert auf zwölf Prozent. Die AfD blieb bei elf, die Linkspartei bei sieben Prozent. Für die Umfrage befragte das Institut Kantar vom 18. bis 24. August 1919 Wahlberechtigte.

jp/cax

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