SPD-Chefin Esken für gerechte Verteilung der Gasumlage bei Konzernen

BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Chefin Saskia Esken hat auf eine gerechte Verteilung der Gasumlage bei Konzernen gepocht. "Aufgrund langfristiger Lieferverträge wird für Gasimporteure der Spagat zwischen Ein- und Verkaufspreis immer größer", sagte Esken der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag). Bei einem Kollaps fielen auch Versorger wie zum Beispiel Stadtwerke aus, mit fatalen Folgen für die Energieversorgung. "Um die Lasten fair zu verteilen, führen wir eine Gasumlage ein. Konzerne, die in anderen Sparten mehr als gutes Geld verdienen, können und müssen sich aber selbst helfen", forderte Esken.

Sie nahm Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in die Pflicht. "Einzelne Konzerne stehen zu ihrer Verantwortung und haben auf Auszahlungen aus der Gasumlage verzichtet. Minister Habeck muss dafür sorgen, dass Leistungen aus der Gasumlage der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Konzerne gerecht werden", sagte Esken.

Zur Gasumlage gibt es Kritik, dass von ihr auch Firmen profitieren könnten, denen es finanziell gut geht. Um Gasimporteure zu stützen, müssen Gaskunden ab dem Herbst eine staatliche Umlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Mit zwei weiteren Umlagen für die Netzsteuerung (Regelenergie) und die Gasspeicher sind es insgesamt 3,26 Cent pro Kilowattstunde, inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer. Zur Entlastung will die Bundesregierung für einen befristeten Zeitraum den Mehrwertsteuersatz auf Erdgas von bisher 19 auf 7 Prozent verringern.