SPD-Chaos: Olaf Scholz und Christian Sievers kabbeln sich im TV

Olaf Scholz hat keine Lust, sich über die Personaldebatte bei der SPD zu unterhalten. (Bild: Getty Images)

Im „heute journal“ stellte sich der neue kommissarische Vorsitzende der SPD den Fragen von Christian Sievers. Wieder und wieder hakte der Journalist zur Personal-Debatte nach – Olaf Scholz reagierte pampig.

Martin Schulz abgetreten, Andrea Nahles doch nicht zur kommissarischen Vorsitzenden der SPD ernannt, dafür Olaf Scholz. Keine Frage, die SPD befindet sich im Chaos, und das liegt vor allem auch an der potenziellen Besetzung der Posten. Klar, dass Christian Sievers mit diesem Thema einstieg, als er für das „heute-journal“ ein Interview mit dem kommissarischen Vorsitzenden der SPD, Olaf Scholz, führte.

Verständlicherweise hatte der wenig Lust, das leidige Thema zu kommentieren und lenkte das Gespräch lieber in Richtung Koalitionsvertrag. Die Debatte darüber solle im Mittelpunkt aller Dinge stehen, sagte er. Sievers aber ließ nicht locker: „Sie sagen, es geht zur Sache. Erstmal geht’s ja wirklich ums Personal bei der SPD.“ Doch Scholz wollte darauf nicht eingehen, betonte wieder, dass seine Partei jetzt nach vorne schauen wolle und zeigt sich für die Zukunft über die Maße zuversichtlich: „Wir haben das ehrgeizige Ziel, dass wir bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei in Deutschland werden, dass wir den Kanzler oder die Kanzlerin stellen können.”

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Scholz ist in seiner ausweichenden Art typisch Politiker und Sievers eben ein Journalist, der seine Arbeit macht. Sekundenlang reden beide gleichzeitig und völlig aneinander vorbei. Schließlich setzt sich Sievers doch noch durch und bringt seinen Punkt noch einmal in aller Deutlichkeit zum Ausdruck: Scholz wolle eine Große Koalition, Teile der SPD eben nicht. „Das ist doch das große Problem in der SPD.“


„Na, war das ne Frage?“, mäkelte der Politiker schmallippig, bevor er wieder auf den Koalitionsvertrag zu sprechen kommt. Sievers fragt nun, was Scholz in seiner derzeitigen Position wirklich verändern könne und wie viel Zeit für Chaos-Management draufgehen würde. Daraufhin kann sich Scholz eine Kritik an der aktuellen Berichterstattung nicht verkneifen: „Ein paar Tage wird der eine oder andere Medienvertreter noch traurig den Personaldebatten nachblicken, aber wir sind jetzt dabei, uns um die Sache zu kümmern.“

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Als Sievers dann explizit nach Sigmar Gabriel als potenziellen Außenminister fragt, der seine Eignung ja schon bewiesen habe, reichte es Scholz. Genervt meinte er: „Ich glaube, an Ihrer Nachfragerei merkt man nur, dass Sie sich überhaupt nicht auf Themen für Deutschland konzentrieren wollen, sondern so viel Spaß an Personaldebatten haben. Wir wollen uns jetzt aber zur Sache konzentrieren und vielleicht helfen Sie ein bisschen mit.“

Ähnliche Gespräche, in denen die Parteien einfach nicht zusammen kommen, gibt es in letzter Zeit ja häufiger.

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