Sparkassenverband verschiebt Wahl seines Präsidenten

Georg Fahrenschon

Angesichts des Strafbefehls wegen Steuerhinterziehung gegen Verbandschef Georg Fahrenschon hat der Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die Wahl seines Präsidenten verschoben. Auf Vorschlag von Fahrenschon solle damit die Gelegenheit gegeben werden, den Abschluss des derzeit laufenden Steuerstrafverfahrens abzuwarten, teilte der Verband am Mittwoch mit. Fahrenschon erklärte, er habe zwar einen Fehler, aber keine vorsätzliche Steuerstraftat begangen.

"Mir ist es wichtig, dass die Wahl das Vertrauen zur Person zum Ausdruck bringt und nicht durch eine Abstimmung über einen Zustand überlagert wird", erklärte Fahrenschon. Gleichwohl halte er an seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit fest.

Der Präsidialausschuss des DSGV bezeichnete die Verschiebung als "sachgerecht". Da die laufende Amtszeit Fahrenschons ohnehin noch mehr als ein halbes Jahr andauere, könne der Ausgang des Gerichtsverfahrens abgewartet werden. "Nach Klärung der Angelegenheit kann über die geplante Wiederwahl unbelastet entschieden werden", erklärte DSGV-Vizepräsident Thomas Mang. "Ansonsten genießt Herr Fahrenschon unser Vertrauen."

Fahrenschon hat einen bis Mai 2018 laufenden Vertrag. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft München einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung gegen Fahrenschon beantragte. Der frühere CSU-Politiker bestätigte den Vorwurf gegenüber der "Bild"-Zeitung. Grund sei die verspätete Abgabe seiner Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014, sagte der 49-Jährige.