Sparkassen starten ihre neue Bezahl-App

Das Bezahlen per Smartphone nimmt an Fahrt auf. Ab sofort bieten viele deutsche Sparkassen ihre eigene Lösung an.


Seit wenigen Wochen ist die Bezahl-App Google Pay mit mehreren Partnerbanken in Deutschland am Start. Jetzt folgen die deutschen Sparkassen mit einer eigenen Lösung. Seit heute können ihre Kunden die App „Mobiles Bezahlen“ herunterladen.

Die funktioniert – wie auch der Bezahldienst von Google – allerdings nur auf Smartphones mit Android-Betriebssystem. „Sparkassen erweitern so das Angebot an sicheren Bezahlmöglichkeiten“, sagt Sparkassenpräsident Helmut Schleweis zum App-Start.

Die Sparkassen haben 2018 zu ihrem „Digitaljahr“ ausgerufen. Das mobile Bezahlen sehen sie als einen Baustein. Sämtliche Daten würden zu jeder Zeit bei der Sparkasse verbleiben und „nicht an Dritte weitergegeben oder verkauft“, betont der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Insgesamt haben die Sparkassen rund 40 Millionen Privatkunden.


Um mit dem Smartphone bezahlen zu können, müssen Sparkassen-Kunden in der neuen App ihre Girokarte oder ihre Kreditkarte hinterlegen und dies per Sicherheitscode bestätigen. Das Smartphone muss mit dem Betriebssystem Android 5.0 und einer NFC-Schnittstelle ausgestattet sein. Am Montag gab es bei einigen Instituten noch Probleme mit der Technik. 306 von 385 deutschen Sparkassen wollen das neue Bezahlverfahren laut DSGV jetzt anbieten.

Die NFC-Technologie, kurz für Near Field Communication, ist die Basis für das Bezahlen per Smartphone. Sie ist auch in die Kassenterminals in Geschäften integriert. NFC überträgt über maximal vier Zentimeter Distanz Daten per Funk. Man muss das Smartphone also recht nah an das Kassenterminal halten. Dasselbe gilt für Giro- und Kreditkarten mit Kontaktlosfunktion, sie verfügen über einen NFC-Chip.

Bei vielen großen Einzelhändlern, etwa in Supermarktketten, funktioniert das bereits. Teils findet man dazu einen Hinweis am Kassenterminal. Rund 475.000 Kassenterminals in Deutschland verfügten zuletzt über die NFC-Technik – nach Aussage von Euro-Kartensysteme, einem Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen. Das entspricht rund 60 Prozent aller Kassenterminals. Der Anteil soll schnell steigen.

Nicht nur in Deutschland können Sparkassen-Kunden mit Handy bezahlen. Auch im Ausland wird die NFC-Technik eingesetzt.

Einige andere Anbieter für das Bezahlen per Smartphone gibt es bereits: Das Bonusprogramm Payback ist seit zwei Jahren mit einer App mit Bezahlfunktion am Markt, Payback Pay.


Die Deutsche Bank ist vor gut einem Jahr mit einer eigenen Lösung gestartet. Die Kunden brauchen dafür ein Android-Smartphone und eine Mastercard-Kreditkarte, weshalb nur ein Bruchteil der acht Millionen Kunden das Angebot nutzen kann. Kunden der Fidor Bank können „Fidor Pay“ nutzen. Und die Volks- und Raiffeisenbanken wollen ab Mitte August das mobile Bezahlen anbieten, als eine Funktion innerhalb ihrer Banking-App.

Wann die Geldhäuser ihre Angebote auch für iPhones an den Markt bringen, ist unklar. Schon lange wird über den Start von Apple Pay, dem Bezahldienst des Tech-Konzerns Apple, spekuliert. Bisher aber hat Apple die NFC-Schnittstelle in seinem eigenen Bezahlverfahren nicht für Kunden deutscher Banken freigegeben.

Noch zahlen die Deutschen sowieso am liebsten mit Bargeld. Drei Viertel ihrer Einkäufe in Geschäften begleichen sie in bar, wie die Bundesbank ermittelte. Der Anteil der Barzahlungen ist in den vergangenen Jahren zwar gesunken, allerdings nur langsam.