Sparkassen sehen Preisrutsch von über 10% bei Wohnimmobilien

(Bloomberg) -- Die westfälische Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz stimmt Eigentümer von Wohnimmobilien auf Wertverluste ein.

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“Ich rechne damit, dass die Wohnimmobilienpreise in diesem Jahr in unserem Verbandsgebiet um mindestens 10% sinken werden”, sagte die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe (SVWL) in einem Interview mit Bloomberg News. Wachstumsregionen wie Münster seien weniger betroffen.

Erst Anfang der Woche hatte das Online-Portal Immoscout24 berichtet, dass die Angebotspreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser schon im 4. Quartal deutschlandweit nachgegeben hätten. Die Preiskorrektur betrage dabei bis zu 10%. Experten zufolge drücken die gestiegenen Hypothekenzinsen die Kaufnachfrage, was im Umkehrschluss zu geringeren Bewertungen führe.

Laut Buchholz ist die Nachfrage nach privaten Wohnimmobilienneufinanzierungen im zweiten Halbjahr 2022 “implodiert”. Im November lag der Rückgang in ihrem Gebiet bei 42% gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Dezember war das Minus mit rund 45% noch deutlicher.

Auch andere Regionen innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors hatten von deutlich weniger Finanzierungsnachfragen für Wohnimmobilien im zweiten Halbjahr berichtet, darunter der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Reuter und sein baden-württembergischer Amtskollege Peter Schneider.

Buchholz sieht nicht nur bei Wohnimmobilien sinkende Preise. „Auch bei den Preisen für Büroimmobilien erwarte ich einen Rückgang”, erklärte sie. “Viele Flächen werden auf Grund des Trends zum Homeoffice freigeräumt.“

(Neu: Studie im 3. Absatz)

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