Sparkassen-Präsident über die vernichtende Kraft der Inflation und wie er selbst spart

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Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), stellt anlässlich des Weltspartages 2019 die Befragung "Vermögensbarometer – Die Deutschen und ihr Geld", vor.
Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), stellt anlässlich des Weltspartages 2019 die Befragung "Vermögensbarometer – Die Deutschen und ihr Geld", vor.

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis gab sich im Interview mit dem „Handelsblatt“ besorgt über die aktuell hohen Inflationsraten. Zwar hoffe er, dass es sich nicht um ein Dauerphänomen handle – denn natürlich würden die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer und Nachholeffekte nach der Pandemie die Rate beeinflussen. Er machte aber auch deutlich: „Angesichts von bestenfalls Nullzinsen vernichtet Inflation Tag für Tag Vermögen unserer Kunden. Deshalb sind wir keinesfalls entspannt.“ Das Statistische Bundesamt geht für den August von einer geschätzten Inflation von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.

Man beobachte die Rückkehr der Inflation aufmerksam, so Schleweis – auch weil die Banken selbst durch die hohe Sparquote in Folge der Pandemie und fehlende ertragreiche Anlagemöglichkeiten zusätzlich belastet seien. Die US-Notenbank Fed würde angesichts der hohen Werte ja bereits über eine restriktivere Geldpolitik diskutieren und auch in der EZB mehren sich Schleweis zufolge die kritischen Stimmen. „Auch ich bin der Meinung, dass es Zeit wird, die Anleihekäufe zurückzufahren und die Zinslandschaft allmählich wieder zu normalisieren“, sagte er dem „Handelsblatt“.

Sparer sollten auf Aktien und Immobilien setzen

Mit einer schnellen Abkehr von Null- oder Negativzinsen für Sparer rechnet Schleweis allerdings nicht. Das viele Geld an den Märkten habe die Verhältnisse „völlig verschoben“. Bankkunden müssten, was die Zinsen angeht, also „noch eine längere Durststrecke hinnehmen“.

Natürlich bedeute das aber nicht, dass Kunden ganz aufs Sparen verzichten sollten. Die Frage sei vielmehr, wie sie am besten sparen können. Anstatt viel Geld auf Tagesgeld- oder Girokonten zu parken, empfiehlt Schleweis, zu investieren: „In diesen Zeiten sollte man eher mit Sachwerten sparen, also vor allem mit Aktien und mit Immobilien.“ Auch er selbst halte sich an seine Ratschläge: neben Wertpapieren besitze er eine eigengenutzte Immobilie.

sb

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