Ost-Sparkassen sehen keine baldigen Helaba-Deka-Gespräche

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Nach den baden-württembergischen Sparkassen haben auch die ostdeutschen Schwester-Institute durchblicken lassen, dass mit einer baldigen Wiederaufnahme der Gespräche zu einer Fusion von DekaBank und Helaba nicht zu rechnen ist.

“Das Thema ist nicht vom Tisch, wird aber derzeit von anderen Themen in den Hintergrund gedrückt”, erklärte Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), am Dienstag bei einer Veranstaltung in Berlin. Er verwies unter anderem auf die Bewältigung der Coronakrise.

Damit argmentierte er ähnlich wie vor einer Woche Peter Schneider, Chef des Sparkassenverbands Baden-Württemberg. Angesichts der Pandemie “hat derzeit jeder mit sich selbst zu tun”, so Schneider. In einer solchen Situation mache man sich weniger gerne an derart große Projekte. Schneider: “Dieses Jahr haben wir schon alle Hände voll zu tun”.

Die DekaBank gehört den Sparkassen ganz, während an der Helaba auch Bundesländer beteiligt sind. Verhandlungen zu einer Fusion waren vergangenes Jahr wegen der Pandemie auf Eis gelegt worden.

Zurückhaltend äußerte sich Ermrich auf Forderungen von Europäischer Zentralbank und Bafin, die Sparkassen mögen ihr Sicherungssystem umbauen und vereinfachen. “Die EZB soll uns sagen, warum unser System nicht mehr anerkannt ist”, sagte Ermrich. Zugleich räumte er ein, dass die Rettung der NordLB gezeigt habe, dass das bestehende System verbessert werden könne.

Umbau von Sicherungssystem

Die Europäische Zentralbank und die Bafin hatten unter anderem die Schaffung eines speziellen Rettungsfonds für angeschlagene Institute in Krisenzeiten angeregt. Das aktuelle Sicherungssystem der Sparkassen ist komplex und besteht aus gleich 13 Einrichtungen. Für den Umbau haben die Sparkassen bis Ende 2023 Zeit.

Nicht zuletzt wegen der Coronakrise haben die ostdeutschen Sparkassen für 2020 fast eine halbe Milliarde Euro an Vorsorge gebildet, wie sie am Dienstag ebenfalls mitteilten. Für Wertberichtigungen im Wertpapiergeschäft wurden 123 Millionen Euro und für Wertberichtigungen im Kreditgeschäft 103 Millionen Euro vorgesehen. Im Kreditgeschäft sind das 15 Millionen Euro mehr als 2019.

Auch der Sparkassenverband Westfalen-Lippe legte am Dienstag Zahlen zur 2020 gebildeten Vorsorge vor. Hier belief sie sich auf insgesamt 213 Millionen Euro.

Zwar mussten die Sparkassen im Osten laut OSV noch keine pandemiebedingt nennenswerten Verluste verbuchen. Andererseits seien nach dem Auslaufen von staatlicher Hilfe und Sonderregeln 2021 nun höhere Insolvenzen zu erwarten. “Die Sparkassen bereiten sich auch hierfür vor”, sagte Ermrich.

Mitglieder des Verbands sind die 44 öffentlich-rechtlichen Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

(Ergänzt um Sparkassenverband Westfalen-Lippe im drittletzten Absatz)

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.