Sparkasse Köln-Bonn streicht 850 Stellen

Die Sparkasse Köln-Bonn zieht Konsequenzen. Die zunehmende Verlagerung von Geldgeschäften in den Online-Bereich zwingen das Kreditinstitut zum Umdenken. Die Folge: Die Sparkasse baut kräftig Stellen ab.


Die Sparkasse Köln-Bonn will in den kommenden fünf Jahren 850 Stellen streichen. Das wurde gestern auf einer Personalversammlung bekannt. Nach Angaben von Sparkassensprecher Norbert Minwegen muss der Schritt gegangen werden, „um Personalkosten trotz eventueller Tarifsteigerungen“ konstant halten zu können. Von den rund 4.200 jetzigen Mitarbeitern im Standort Köln-Bonn betrifft die Stellenstreichung fast jeden fünften Angestellten.

„Seit rund zehn Jahren bauen wir kontinuierlich Personal innerhalb der Sparkasse ab. Das obliegt den Betriebsabläufen, die Stück für Stück digitalisiert werden. Dann kann man Prozesse schneller gestalten. Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand gehen, werden einfach nicht mehr nachbesetzt“, so Minwegen.


Das Kreditinstitut reagiert damit auf die stetig wachsende Digitalisierung im Finanzsektor. Weil immer mehr Menschen ihre Geldgeschäfte online tätigen, ist ein teures Filialnetz mit vielen Bankberatern überflüssig. Experten wissen, wenn erst einmal das Personal reduziert wird, dauert es nicht mehr lange, bis Filialen geschlossen werden.

Trotzdem heißt es von der Sparkasse, dass keine Kündigungen vorgesehen seien. Vielmehr sollen neue, sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. „Es gab interessante Lösungsmodelle aus der Mitarbeiterschaft“, sagt Minwegen. Einige Kollegen würden Gehalt in Urlaub umwandeln. Das heißt: Mehr Urlaub für weniger Boni. Das spare Personalkosten.