„Spare“ nicht für den Ruhestand!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Älteres Paar beim Strandurlaub Rente
Älteres Paar beim Strandurlaub Rente

Es mag wie eine gewagte These klingen: Spare nicht für den Ruhestand. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es nicht sonderlich clever ist, für den Ruhestand zu sparen. In Anbetracht von Problemen wie der klaffenden Rentenlücke, Altersarmut und sinkenden Renten-Niveaus ist es fast schon provokant, eine solche Aussage zu tätigen.

Trotzdem ist es wirklich nicht clever, für den Ruhestand zu sparen, wobei diese genaue Formulierung wichtig ist. Erfahre, was die Tücke am bloßen Sparen ist und was eine bessere Alternative ist. Ein armer Ruhestand ist schließlich auch keine erstrebenswerte Alternative.

„Spare“ nicht für den Ruhestand!

Aber beschäftigen für uns zunächst einmal damit, warum man vielleicht besser nicht für den Ruhestand sparen sollte. Das Problem, das mit einem solchen Ansatz verbunden ist, lässt sich eigentlich ziemlich einfach und mit einem Wort ausdrücken: Nämlich Inflation.

Wer bloß für den Ruhestand spart, der erhält zwar absolute Sicherheit, was seinen Geldbestand angeht. Durch eine regelmäßige, leichte Entwertung wird man als Sparer jedoch trotzdem langfristig weniger Kaufkraft besitzen. Wer glaubt, dass dieser Effekt zu vernachlässigen ist, der sollte vielleicht etwas genauer nachrechnen.

Wenn wir einfach mal davon ausgehen, dass du als Sparer heute 10.000 Euro für den Ruhestand sparst, der erst in 25 Jahren beginnt, so können wir ziemlich gut nachrechnen, was selbst eine moderate Inflationsrate von 1,5 % mit diesem Betrag anrichtet. Auch wenn du möglicherweise absolute Sicherheit hast, was den Betrag angeht, so entspricht die Kaufkraft der 10.000 Euro in 25 Jahren lediglich noch einem Geldwert von ca. 6.850 Euro. Oder, anders ausgedrückt: Innerhalb eines Vierteljahrhunderts hätte diese moderate Inflation rund 31,5 % des Wertes deines Geldes vernichtet.

Spare nicht für den Ruhestand kann daher ein sinnvoller Leitsatz für dich sein, denn die Geldentwertung lässt das zu einem eigentlich teuren Vorhaben werden. Doch keine Panik: Es gibt einen besseren Weg, wie du trotzdem clever vorsorgen kannst.

Spare und investiere für den Ruhestand!

Wer in die Phrase „Spare nicht für den Ruhestand“ nämlich einfach noch das Wörtchen „investiere“ ergänzt, der kann das Problem der Inflation spielend einfach umgehen. Mithilfe kostengünstiger Indexfonds kann man so beispielsweise langfristig orientiert einfach, aufwandsarm, diversifiziert und damit mit weniger Risiken verbunden ein Vermögen aufbauen. Insbesondere über einen Zeitraum von einigen Jahren oder Jahrzehnten.

Wenn wir einfach mal ziemlich konservativ davon ausgehen, dass du als Investor eine Rendite von 6 % pro Jahr auf deinen Einsatz erhalten wirst, so sehen wir, wie bedeutend der Unterschied ist: Bei 10.000 investierten Euro und zweieinhalb Jahrzehnten wirst du unter diesen Prämissen ca. 42.900 Euro erhalten können. Mit diesem Vermögen kann dir die Inflation wirklich egal sein.

Historisch gesehen haben es die breiten Märkte über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg zudem auf eine deutlich höhere Rendite geschafft. Bloß zu sparen für den Ruhestand ist daher in mehr als einer Hinsicht ineffizient.

Ein gewaltiger Unterschied!

Wenn du mich fragst, zeigt dieses Rechenbeispiel einen gewaltigen Unterschied: Wer bloß für den Ruhestand spart, wird langfristig weniger Kaufkraft haben. Wer clever ist und für die Altersvorsorge investiert, der wird mehr aus seinem Geld machen können. Daher: Spare nicht für den Ruhestand, sondern investiere.

The post „Spare“ nicht für den Ruhestand! appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Mehr Lesen

Motley Fool Deutschland 2020