Spannender Endspurt: Kein klarer Favorit bei Chiles Präsidentschaftswahl

In Chile ist der Präsidentschaftswahlkampf zu Ende gegangen. Angesichts eines Kopf-an-Kopf-Rennens versuchten beide Kandidaten, ihre Anhänger zu mobilisieren. Auf seiner Abschlusskundgebung vor dem Präsidentenpalast in Santiago de Chile versprach der Journalist und Soziologe Alejandro Guillier, (64) die Politik der scheidenden sozialdemokratischen Präsidentin Michelle Bachelet (66) fortzusetzen.

Seinen Gegner griff er scharf an: “Wir wollen keine verlogenen Regierungen, bei denen es Missbrauch gibt, bei denen alles geht, bei denen es eine ungesunde Beziehung zwischen Politik und Geld gibt. Nein zu Sebastian Piñera. Er steht für die Vergangenheit“, sagte Giller.

Der konservative Multimillionär und Präsident von 2010 bis 2014, Piñera (68), hat beste Chancen auf ein Comeback.

"Wir haben das bessere Programm, die besseren Leute, die klarere Vision. Wir sind die Besseren“, rief Piñera seinen Anhängern zu.

Im ersten Wahlgang schnitten linke und rechte Kandidaten mit extremen Ansichten weitaus besser ab als vorhergesagt. Deren Wähler dürften am Sonntag die entscheidenen Stimmen abgeben. Ob es beim knappen Vorsprung für Piñera bleibt, ist unsicher. Seit vielen Jahren pendelt Chile nach der Zeit der Diktatur von Augusto Pinochet zwischen Mitte-Rechts und Mitte-Links.