Spanische Justiz lässt von Türkei gesuchten Journalisten frei

Die spanische Justiz hat am Donnerstag den Journalisten Hamza Yalcin freigelassen, der auf Verlangen der Türkei festgenommen worden war. Aus Justizkreisen verlautete, ein Untersuchungsrichter habe angeordnet, den am 3. August in Barcelona festgenommenen türkisch-schwedischen Journalisten unter Auflagen freizulassen. Der Richter habe damit aber nicht über das türkische Auslieferungsgesuch entschieden.

Die Türkei wirft dem 59-Jährigen vor, "Terrorpropaganda" betrieben und Präsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt zu haben. Sie verbreitete daher über die internationale Polizeiorganisation Interpol einen Haftbefehl, auf dessen Grundlage Yalcin in Spanien festgenommen wurde. Am 19. August wurde auch der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli aufgrund eines türkischen Haftbefehls in Madrid festgenommen.

Die Festnahmen sorgten international für scharfe Kritik an der spanischen Justiz, der vorgeworfen wurde, sich zum Vollstrecker von Erdogans Kampagne gegen Regierungskritiker zu machen. Zugleich wurde Ankara ein Missbrauch von Interpol vorgeworfen. Nach Protesten der Bundesregierung wurde Akhanli am 20. August freigelassen, doch muss er in Madrid bleiben, bis über das türkische Auslieferungsgesuch entschieden ist.