Spaniens Regierung will wegen Corona Schulklassen begrenzen

MADRID (dpa-AFX) - Wegen der Corona-Pandemie will die spanische Regierung die Zahl der Schüler pro Klassenzimmer stark reduzieren. Bisher lag die Obergrenze in den meisten Regionen bei 28 Kindern in der Grundschule und bei 40 auf dem Gymnasium. Demnächst sollen wahrscheinlich nicht mehr als 15 Schüler gleichzeitig unterrichtet werden. Jedoch gebe es nicht genug Geld, um die Klassen innerhalb der Schulen zu teilen - denn dann wären auch mehr Lehrer und eine Erweiterung der Räumlichkeiten notwendig, zitierten spanische Medien Bildungsministerin Isabel Celaá.

Deshalb soll es voraussichtlich ein "gemischtes System" geben, bei dem die Schüler in Schichten entweder morgens oder nachmittags in die Schule kommen und den Rest der Zeit zuhause beziehungsweise "online" lernen. Möglich wäre auch ein Szenario, bei dem die Kinder an wechselnden Tagen oder Wochen Schul- und Heimunterricht haben.

"Wir können jetzt nicht alle Fortschritte gefährden", sagte Celaá. "Wenn alle Kinder zusammenkommen, können wir die erforderliche Distanz nicht einhalten."

In ländlichen Gebieten, wo viele Klassen sowieso nicht mehr als 15 Schüler hätten, könnte der Unterricht weiterlaufen wie immer. Das Problem bestehe eher in den Städten, so Celáa. Im besonders heftig von der Corona-Krise betroffenen Spanien sollen die Schulen erst im September wieder öffnen, hatte die Regierung zuletzt angekündigt.