Spanien: Attentäter pflegten intensive Kontakte ins Ausland

Ibrahim Aallas wohnt im Pyrenäen-Städtchen Ripoll. Mehrere seiner Söhne standen unter Verdacht, zur Terrorzelle von Spanien zu gehören. Zwei von ihnen sind mittlerweile tot, ein dritter wurde verhaftet, ist aber wieder auf freiem Fuß.

Der junge Mann ist der Besitzer des schwarzen Audis, mit dem mehrere mutmaßliche Terroristen vergangene Woche im Badeort Cambrils vor der Polizei flüchteten. Dass er wie seine Brüder in die Terrorpläne involviert war, konnte nicht bewiesen werden.

Auch sein Vater ist vom Gegenteil überzeugt: “Er hat nichts getan. Er hat sein Auto ohne etwas zu wissen dem Bruder geliehen. Auch ich wusste von nichts”, sagte Alla in einem Fernsehinterview.

Kurz vor den Anschlägen von Spanien wurde der Tatwagen von Cambrils in der französischen Hauptstadt gesichtet. Mehrere der mutmaßlichen Attentäter sollen außerdem in einem Hotel nahe Paris übernachtet haben. Deswegen hat auch Frankreich Terrorermittlungen eingeleitet.

Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins ist sich sicher, dass die Männer nicht zum Spaß ins Nachbarland fuhren: “Ich denke nicht, dass irgendjemand hier glaubt, dass sie nur einen Kurztrip nach Paris gemacht haben, um hier einen Fotoapparat oder so etwas zu kaufen. Wir müssen herauszufinden, warum sie wirklich hier waren. Vielleicht um die Lage auszukundschaften, um etwas abzuholen, um Leute zu treffen…”, sagte Molins bei einer Pressekonferenz in Paris.

Und nicht nur nach Frankreich, auch nach Marokko, in die Schweiz und nach Belgien hatten die Attentäter von Spanien offenbar intensive Kontakte. Die Ermittler fanden mehrere Flugtickets, darunter auch nach Brüssel, das als Hochburg radikaler Islamisten gilt.