Spanien: Arbeitslosigkeit steigt auf höchsten Stand seit Anfang 2019

MADRID (dpa-AFX) - Auf dem spanischen Arbeitsmarkt beginnen sich die Folgen der Corona-Krise abzuzeichnen: Im ersten Quartal ist die Arbeitslosenquote erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen. Die Quote habe auf 14,41 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikbüro INE am Dienstag mit. Im Schlussquartal 2019 lag sie nur bei 13,78 Prozent. Nach Einschätzung von Experten dürften sich die vollen Auswirkungen der Corona-Krise auf den spanischen Arbeitsmarkt erst im zweiten Quartal zeigen.

Analysten hatten für das erste Quartal einen deutlich stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit in der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone erwartet. Sie waren für die Monate Januar bis März im Mittel von einem Zuwachs auf 15,65 Prozent ausgegangen. "Schwere Verwerfungen in der Arbeitsmarktstatistik werden jedoch vermutlich erst im zweiten Quartal sichtbar", sagte Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Im März hat Spaniens Regierung mit harten Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie angekämpft und weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Mehr als sechs Wochen nach dem Beginn der strengen Corona-Ausgangssperre will Ministerpräsident Pedro Sanchez an diesem Dienstag einen Plan für eine schrittweise "Deeskalation" vorlegen.

Spaniens Arbeitsmarkt hatte stark unter der Euro-Schuldenkrise gelitten. Zum Höhepunkt der Krise im Jahr 2013 war die Arbeitslosenquote bis auf etwa 27 Prozent gestiegen. Seitdem hatte sich die Lage kontinuierlich verbessert.