Spahn warnt trotz Fortschritten in der Pandemiebekämpfung vor Leichtsinn

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Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland angesichts sinkender Corona-Inzidenzwerte vor Leichtsinn über die Pfingsttage gewarnt. Trotz Fortschritten bei Impfkampagne und Pandemiebekämpfung gelte es weiter, vorsichtig zu sein, sagte Spahn am Freitag in Berlin. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei". Er appelliere daher an alle, sich auch über die bevorstehenden Feiertage weiter an die etablierten Schutz- und Vorsichtsregeln zu halten.

Die Menschen sollten die Feiertage genießen, aber dabei vorsichtig bleiben, mahnte Spahn. Treffen sollten vor allem im Freien stattfinden, zudem sei regelmäßiges Testen angesagt. Er wandte sich zudem gegen zu weitgehende Öffnungen. "Je niedriger wir die Zahlen jetzt kriegen, desto besser kann der Sommer werden", sagte der Minister.

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert rief zur Vorsicht auf. Angesichts der rückläufigen Inzidenzwerte sagte er: "Wir müssen noch sehr viel weiter runterkommen." Er fügte hinzu: "Noch sind wir in der Pandemie." Es gebe zwar Fortschritte und "erfreuliche Entwicklungen an allen Enden", sagte Seibert. Jedoch gebe es zugleich etwa auch die Sorge über "eine weitere, noch ansteckendere Variante des Virus". Diese sei "Grund genug", das "wirksame Mittel" der Mund-Nasen-Maske "nicht zu früh aus der Hand zu geben".

Den Gesundheitsbehörden bereitet derzeit die indische Variante des Coronavirus Sorgen, die sich derzeit vor allem in Großbritannien ausbreitet. Es gebe die Vermutung, dass sie eine deutlich höhere Übertragbarkeit aufweist, wie der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Freitag sagte. Der Impfschutz werde zudem geringer sein, dies allerdings "in überschaubarem Maße".

Auch diese Mutante legt es Wieler zufolge nahe, jetzt schnell zu impfen - und weiter vorsichtig zu sein. "Wir können alles leichter managen, wenn wir eine geringere Inzidenz haben", sagte er.

Das Ziel der Impfkampagne, allen Impfwilligen und Impffähigen ein Angebot zu machen, könnte laut Spahn nach jetzigem Stand bereits "deutlich vor" dem Ende des Sommers im September erreicht werden. "Es geht jetzt um Wochen, nicht um Monate", sagte der Minister mit Blick auf die Entwicklung bei den Impfzahlen. Zugleich gelte es aber auch, "realistisch" zu bleiben. "Wunder können wir nicht erwarten". Nicht jeder Impfwillige könne auch sofort drankommen.

Wie das RKI am Freitag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 8769 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Vor einer Woche hatte das RKI noch 11.336 Neuinfektionen an einem Tag bekanntgegeben. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ging laut den jüngsten RKI-Angaben erneut zurück und lag am Freitag bei 67,3.

jp/cne

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