Spahn drängt auf bessere Versorgung in der Psychotherapie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) drängt auf rasche Reformen bei der Versorgung in der Psychotherapie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) drängt auf rasche Reformen bei der Versorgung in der Psychotherapie. Er erwartet, dass der Gemeinsame Bundesausschuss bei der Überarbeitung der Bedarfsplanung "jetzt zügig voran kommt", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Hintergrund ist eine Untersuchung der Bundespsychotherapeutenkammer, wonach Patienten im Schnitt fünf Monate auf den Beginn einer Therapie warten müssen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung von Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen. Durch eine Anpassung soll demnach der Bedarf an Psychotherapeuten künftig besser abgebildet und eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung erreicht werden.

Die vor einem Jahr in Kraft getretene Strukturreform der psychotherapeutischen Versorgung soll Patienten den Zugang zur Behandlung erleichtern. Seitdem können Menschen in psychischen Krisen ? auch auf Vermittlung von Terminservicestellen ? schneller ein Erstgespräch bei einem Therapeuten führen und in akuten Fällen rascher behandelt werden.

Dies sei ein erster Schritt, sagte Spahn. "Wenn es da bei den Terminvergaben und den Wartezeiten - auch in der Psychotherapie - hakt, müssen wir das rasch ändern."

Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, warnte vor weiteren Verzögerungen. "Spahn muss angesichts der langen Wartezeiten in der Psychotherapie jetzt dafür sorgen, dass die Reform der Bedarfsplanung nicht um weitere Jahre verschleppt wird", erklärte sie. Die Grünen-Politikerin forderten zusätzliche Kassenzulassungen für Psychotherapeuten, um schnelle Abhilfe zu schaffen.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) sieht die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) am Zug. Sie seien laut Gesetz verpflichtet, den betroffenen Patienten über die Terminservicestellen innerhalb von vier Wochen Termine bei einem Therapeuten anzubieten, erklärte Verbandschefin Ulrike Elsner.