Spahn bringt Neuregelung der Pflegeausbildung auf den Weg

Jens Spahn

Eine Woche nach seinem Amtsantritt hat der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) konkrete Schritte zur Neuregelung der Pflegeausbildung eingeleitet. Er brachte die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die künftige einheitliche Ausbildung auf den Weg, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilte.

Die große Koalition der vergangenen Legislaturperiode hatte ein Gesetz beschlossen, mit dem die bisher getrennte Ausbildung in der Krankern- und Altenpflege zusammengelegt werden soll. Damit soll der Beruf attraktiver werden.

Spahn sagte der "Berliner Zeitung": "Wir wollen mehr Menschen für den Pflegeberuf begeistern. Dazu gehöre eine gute und moderne Ausbildung. "Aufstiegschancen, Motivation und Qualifikation - das ist der Dreiklang für den Zukunftsberuf Pflege", sagte der Minister der Zeitung, die zuerst über die Einleitung der Ressortabstimmung berichtet hatte.

Die AFP vorliegende Verordnung sieht eine in Vollzeit dreijährige Pflegeausbildung vor. Sie besteht demnach aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung, die überwiegt.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßte, dass "es endlich los geht". Es werde in der weiteren Diskussion darum gehen müssen, eine verlässliche Anschubfinanzierung sicherzustellen, damit die Pflegeschulen den neuen Ausbildungsanforderungen gerecht werden können. Der Verband geht von einem einmaligen Mehrbedarf in Höhe von 400 Millionen Euro aus.

Die Grünen bemängelten, die vor dem Ende der vergangenen Legislaturperiode eingebrachte Reform habe viele Fragen zur Umsetzung völlig offen gelassen. "Drei Ausbildungsgänge sollen bis 2022 zu einem zusammengekürzt werden", erklärte die Grünen-Sprecherin Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche. "Wir befürchten, dass dadurch wichtige Teilaspekte der bisherigen Ausbildungen zukünftig vernachlässigt werden. Deshalb werden wir die vorgelegte Ausbildungsverordnung nun genau prüfen."

Die Linke befürchtet, durch die generalistische Pflegeausbildung werde die Altenpflege "endgültig abgehängt". "Mit dieser Ausbildungsverordnung gehen nicht nur wichtige berufliche Inhalte der Altenpflege verloren, damit werden sich auch noch weniger junge Menschen für den Beruf der Altenpflege entscheiden", erklärte die Sprecherin der Linken für Pflegepolitik, Pia Zimmermann. "Es nützt gar nichts, auf die Notwendigkeit der Altenpflege zu verweisen, wenn man solche Verordnungen vorschlägt."