Spaenle als Parteichef bestätigt - CSU-Bezirksparteitag: Postengeschacher im Hintergrund

Irene Kleber

Der Münchner Bezirksverband bestätigt bei der Vorstandswahl Parteichef Ludwig Spaenle mit fast 90 Prozent der Delegiertenstimmen. Im Hintergrund aber schwelt ein Streit um Posten – das bekommt Vize Georg Eisenreich unangenehm zu spüren.

München – Vielleicht ist es nur ein ungewollter Zufall, aber wer weiß das schon. Als Münchens durchaus stattlicher CSU-Chef Ludwig Spaenle am Montagabend im Begrüßungsgedränge zum CSU-Bezirksparteitag im Hofbräukeller auf die zierliche Landtagsabgeordnete Mechthilde Wittmann trifft, streift er sie hart im Rücken. Sie behält das Gleichgewicht, blickt sich genervt nach dem Rempler um. Und schweigt. Man darf sich aber vorstellen, dass sie innerlich gekocht hat.

Grund genug hätte sie jedenfalls dafür, auch ohne diesen Zusammenprall. Beim letzten Parteitag mit Vorstandswahlen vor zwei Jahren im selben Saal war Mechthilde Wittmann, damals noch eine der vier Stellvertreterinnen Spaenles, von den Delegierten krachend abgewählt worden – dabei gab es nicht einmal einen Gegenkandidaten. Eine lange vorbereitete Watschn dafür, so mutmaßten viele in der CSU, dass die ehrgeizige und talentierte Blondine sich von der Parteiführung nicht gängeln lässt. Sondern kritisch eigene Standpunkte vertritt. So etwas nervt einen wie Ludwig Spaenle. Und es nervt andere in der Münchner CSU, die Wittmann als Konkurrentin um begehrte Posten fürchten. Ihr wird ein guter Draht zu Ministerpräsident Horst Seehofer nachgesagt. Zuletzt hat er sie oft gelobt.

Diesmal ist Mechthilde Wittmann also wieder im Saal, aber nicht mehr als Kandidatin für einen Stellvertreterposten, sondern als eine der 89 Delegierten der Kreisverbände (am Tisch mit dem Landtagsabgeordneten Joachim Unterländer, Personalreferent Alexander Dietrich und CSU-Stadträtin Kristina Frank.) Trotzdem ist Wittmann Tuschelthema Nummer eins.
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