Sozialverbände wollen Verbesserungen für Bestands-Erwerbsminderungsrentner

Die Sozialverbände VdK und SoVD wollen auf gerichtlichem Weg Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner erreichen, die vor Januar 2019 in Rente gegangen sind. Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland seien von der Bundesregierung im Stich gelassen worden, weil sie zu dem Zeitpunkt bereits erwerbsgemindert waren, erklärten die Verbände am Mittwoch in Berlin. "Nur Neurentner profitieren seither von höheren Zurechnungszeiten und damit von im Schnitt 70 Euro mehr Geld im Monat, Bestandsrentner gehen leer aus."

Dagegen gehen der Sozialverband VdK und der Sozialverband Deutschland (SoVD) jetzt juristisch vor, wie sie ankündigten. "Und zwar mit gemeinsamen Musterstreitverfahren für Bestands-Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner, die vor Januar 2019 in Rente gegangen sind."

VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte: "Wir halten diese Ungleichbehandlung für hochgradig ungerecht und verfassungswidrig." Es gehe um gleiches Recht für alle. "Es kann diesen Menschen niemand schlüssig erklären, warum der Staat die Bestandsrentner benachteiligt, Neurentner dagegen bevorzugt", erklärte sie. "Die Stichtagsregelung muss fallen. Neu- und Bestandsrentner müssen endlich gleich behandelt werden." Es sei für die Betroffenen schließlich keine freie Entscheidung gewesen, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.