„Sound of Cologne“: Der Köln-Spirit trägt das Label Kompakt noch immer

Am 1. September erscheint die Kompilation, auf der das Programm vorstellt wird.

So wie man einst Seattle mit Grunge und Manchester mit Gitarrenmusik verband, hatte auch Köln Mitte der 90er Jahre seine ganz eigene, charakteristische Musik: Vom „Sound of Cologne“ sprachen damals viele und meinten damit – auch wenn der Begriff ursprünglich weiter angelegt war – vor allem den Minimal Techno, den das Kölner Label „Kompakt“ produzierte.

Heute, mehr als 20 Jahre später, ist Kompakt noch immer ein international erfolgreiches Label für elektronische Musik. Am 1. September erscheint die jährliche Kompilation, auf der das Label sein aktuelles Programm vorstellt. Dieses Mal ist es die „Kompakt Total 17“ – und wie bereits in den vergangenen Jahren wird ihr Erscheinen mit einer großen Party gefeiert.

Jeder ist willkommen

„Das ist eine ziemlich traditionelle Veranstaltung für uns“, erzählt Tobias Thomas. Er gehört schon von Beginn an zum engeren Kreis des Labels, heute arbeitet er dort als Eventmanager. „Wir präsentieren uns auf der Party in unserer Heimatstadt, mit Freunden, Familie, allen, die mit uns verbunden sind. Mittlerweile sind die Kinder einiger Leute hier schon so alt, dass sie auch auf die Party kommen.“ Ansonsten ist jeder willkommen, der Lust auf Kompakt hat: „Es gibt in Köln ja nicht diese 'Du kommst rein, du kommst nicht rein'-Politik.“

Ganz nebenbei ist die Feier auch eine Werkschau all der internationalen Künstler, die das Label vertritt. Viele legen selbst auf der Party auf, zum Beispiel der brasilianische Techno-Musiker Gui Boratto, der Londoner Rex The Dog oder der Kölner DJ Denis Stockhausen. „Das Ganze hat eher einen Minifestival-Charakter“, sagt Thomas.

Lebewohl zum Underground

Neben dem Helios 37 wird auch die Stapelbar für die etwa 700 Gäste zugänglich sein. Und als zweiter Partyraum wird ein Floor des Underground zur Verfügung stehen. „Das ist dann auch eine Gelegenheit, ihm Lebewohl zu sagen“, sagt Thomas. Kompakt hat sich lange in der Kölner Musikszene gehalten: Man kennt sich.

Gründe für die Langlebigkeit des Labels gibt es einige. „Aber im Kern waren wir einfach von Anfang an eine sehr günstige Konstellation an Menschen. Wir waren zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.“ Außerdem sei man nicht zu einem „kommerziellen Schwachsinnsunternehmen“ angewachsen. Und: Kompakt blieb in Köln. „Wir sind hier sehr verwurzelt“, sagt Thomas. „Der Köln-Spirit trägt uns.“

Alle Grundpfeiler der kölschen Kultur zusammenbekommen

Für das Markenlogo hat sich das Label das Kölner Stadtwappen zu eigen gemacht. Eine Collage im Plattenladen zeigt das berühmte Richterfenster, mit dem Unterschied, dass in die einzelnen Farbquadrate Plattencover eingearbeitet sind. „Wir haben alle Grundpfeiler beisammen“, sagt Thomas.

„Dom, den Karneval, elektronische Musik – und zum FC gehen wir auch ganz gerne.“ Da passt es nur zu gut, dass als nächste Veröffentlichung eine Platte eines dänischen Künstlers ansteht, dessen Nach- und Künstlername treffender nicht sein könnte: Er heißt Kölsch.

Kompakt Total 17 findet am Freitag, 1. September, im Helios37, Heliosstr. 37, statt. Los geht es um 23 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta